
Donaueschingen/Bräunlingen - Es ist Dienstagmorgen, 6.45 Uhr, und es ist einfach ekelig hier am Rand der Eiswiese Donaueschingen – dunkel, kalt, es regnet. Man sieht ihn nicht kommen, aber plötzlich ist er zu hören. Die Schritte ganz regelmäßig, tapp, tapp, tapp. Dann läuft Thorsten Frei, von Kopf bis Knöchel im blauen LG-Baar-Dress, in den Schein der Straßenlaterne, verschwitzt, aber mit einem Elan in der Stimme, wie ihn wohl nur Jogger so früh am Tag schon haben können: "Guten Morgen!"
Thorsten Frei war an diesem Morgen schon eine gute Stunde unterwegs, durch das Ried nahe Pfohren und Allmendshofen. Der Donaueschinger Oberbürgermeister joggt regelmäßig, aber in diesen Tagen mit einem festen Ziel vor Augen. Frei hat seine letzten Trainings-Kilometer zurückgelegt für das große Lauf-Ereignis am Wochenende: den Schwarzwald-Marathon in Bräunlingen. Dort startet Frei am Sonntag auf der 21 Kilometer-Strecke.
Es ist nicht das erste Mal, dass Donaueschingens Stadtoberhaupt seine Laufschuhe in Bräunlingen schnürt. Seit seiner Wahl zum OB Donaueschingens vor sieben Jahren tritt Frei regelmäßig beim Halbmarathon an. Viel länger zurück reicht seine Lauferfahrung allerdings auch nicht, erzählt er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Früher, während des Jura-Studiums in Freiburg, habe er vor allem Basketball und Tennis gespielt. Doch inzwischen, mit dem wachsenden Verpflichtungen und der stärkeren zeitlichen Beanspruchung passt Frei der Laufsport einfach besser in den Kram: "Damit ist man völlig flexibel."
Nun könnte der OB natürlich auch einfach so das ganze Jahr durchjoggen – ohne sich mit dem Schwarzwald-Marathon eine zusätzliche Herausforderung aufzubürden. Doch habe er gerne ein Ziel vor Augen, "auf das man hinarbeiten kann", sagt er. Außerdem sei der Bräunlinger Schwarzwald-Marathon eine "wunderbare Laufveranstaltung", schwärmt Frei. "Ich habe bisher nur wunderschöne Erlebnisse dort gehabt." Die Strecke des Schwarzwald-Marathons lässt Donaueschingens OB schwärmen: Er genieße es, dass man "nicht durch Häuserschluchten", sondern durch eine "traumhafte Landschaft" laufe. Er könne das richtig genießen und dabei auch entspannen.
Aber ein bisschen Ehrgeiz bringt Frei am Sonntag ab 9.30 Uhr dann doch mit auf die Bräunlinger Strecke. Seit 2004 habe er seine Zeit beim Halbmarathon jedes Jahr um mindestens zwei Minuten verbessert – nur im vergangenen Jahr nicht. Nun will der OB an seine Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen und unter einer Stunde und 40 Minuten bleiben. Wenn er das schaffe, sei er "hochzufrieden", erzählt er.
Vorbereitet hat sich Frei auf jeden Fall. Ein bis zweimal die Woche macht er sich um sechs Uhr morgens auf seine Jogging-Runde, dazu läuft er immer mittwochs um 18 Uhr mit der LG Baar, soweit es sein Terminkalender zulässt. Mit Hunden und ihren Besitzern, die ja zu ähnlichen Zeiten ihre Runden drehen und oftmals auf Jogger treffen, habe er übrigens bisher keinerlei Schwierigkeiten gehabt, beteuert er. Die einzigen problematischen Konfrontationen mit Vierbeinern, an die sich Frei erinnert, reichen in seine Studentenzeit zurück. Damals jobbte Frei als Briefträger.