Donaueschingen Lebensgeschichte in allen Schattierungen
Schwarzwälder-Bote, 28.07.2012 00:54 Uhr
"Afterglow" von und mit Emily Engbers (links) war eine hochwertige multimediale Performance an historischer Stätte im Spiegelsaal des Musuems Biedermann. Foto: BombardiFoto: Schwarzwälder-Bote
Donaueschingen (bo). Immer wieder für eine Überraschung gut ist das Museum Biedermann, das diesmal mit der Uraufführung von "Afterglow" einen Ausflug in die Welt multimedialer Musik- und Tanzperformance wagte. Die museale Kunstperle im Herzen der Donaustadt hat diese neuerliche Exkursion in andere Kunstgefilde der Kooperation mit der Musikhochschule Trossingen zu verdanken.
Deren Studentin Emily Engbers hatte in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Music&Movement eine moderne Master Performance inszeniert, die mit den historischen Räumlichkeiten eine einzigartige Liaison einzugehen schien. "Afterglow" ist eine eindrückliche Vereinigung diverser Bühnenkünste, welche den Fluss einer Lebensgeschichte in all ihren Schattierungen zeichnete. Freuden, Erinnerungen und Sehnsüchten standen in krassem Kontrast zu belanglosen Begegnungen, Vergänglichkeit, Gewalt und verlorener Liebe.
An der einen Stelle ein bisschen Romeo und Julia, hier ein wenig Mitternachtstraum, aber die gesamte Handlung geprägt von der besonderen Handschrift von Emily Engbers'. Der Tänzerin und Hauptdarstellerin war es gelungen, in einer vielschichtigen Inszenierung Musik, Tanz, Gesang und filmische Elemente miteinander zu verschmelzen.
Passend hierzu orientierte sie sich am der vom englischen Komponisten Henry Purcell im Jahr 1692 uraufgeführten Musik der Semi-Opera "The Fairy Queen". In fünf szenischen Handlungsbildern erzählte Engbers die Geschichte von der ersten Begegnung und dem Sturm der Verliebtheit, die Freuden im Spiel mit ihrer Tochter, die Auseinandersetzungen mit ihrem Mann, die Suche nach Trost bei einer alten weisen Frau (ihre Mutter) und das verdorren aller Hoffnungen auf wieder aufkeimende Liebe.
Alles unterlegt mit Filmsequenzen, die links und rechts eines Ausgangs aus dem Spiegelsaal beinahe synchron zu sehen waren. Zwischen den Szenen liefen zahlreiche Begegnungen mit Menschen ab. Manche intensiver, die meisten belanglos. Die ergreifende Inszenierung verstärkten Musik und Gesang. Aufwühlende Tanzeinlagen trugen ihr Übriges zur gelungen Performance bei.


