
Von Cornelia Spitz
Donaueschingen. Geschafft! Das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Donaueschingen ist ins Förderprogramm Mehrgenerationenhaus II aufgenommen worden. Doch unter die Freude über die damit verbundenen Zuschüsse mischt sich ein banger Wunsch: Man braucht dringend mehr Sponsoren, Spender und Partner.
Verbunden mit dem Programm ist zwar eine Förderung, die nun bis Ende 2014 und damit zwei Jahre länger als durch das bisherige Programm MGH I sicher ist, gleichzeitig schrumpft aber die jährlich verfügbare Summe um 10 000 Euro. Statt der früher 40 000 Euro kommen nun "nur" noch 30 000 Euro jährlich vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, während die Stadtverwaltung zusagen musste, die 10 000-Euro-Lücke zu schließen.
Das tat sie – weil aus dem Rathaus aber ohnehin von Anfang an in einer Höhe von über 10 000 Euro pro Jahr die Mietkosten übernommen worden waren, hat die Einrichtung nun trotzdem rund 10 000 Euro weniger zur Verfügung. Immerhin für 2012 ist schon eine großzügige Spende in Sicht: Die Bürgerstiftung unterstützt das Haus mit 2500 Euro. Hinter der restlichen Summe aber, so MGH-Leiter Andreas Menge und der Fachbereichsleiter bei der Caritas Thomas Kreilinger, steht ein großes Fragezeichen.
Dass einer Förderung des MGH entsprechender Mehrwert gegenüber steht, beweist ein Blick ins neue, geschärfte Profil der Einrichtung: Unter den vier Säulen "freiwilliges Engagement", "Alter und Pflege", "Integration und Bildung" und "Vermittlung von Haushaltsnahen Dienstleistungen" findet sich eine Fülle von Angeboten, mal neue, mal bewährte. 67 Ehrenamtliche bringen sich und ihre Zeit hier schon ein, pro Woche durchlaufen zwischen 100 und 200 Personen das Mehrgenerationenhaus, freut sich Menge.
Von Stillknirpsen über Selbsthilfegruppen, Essensgästen über Senioren, die ins Internet eintauchen, bis hin zu einer Vielzahl von Selbsthilfegruppen, die selbst aus Freiburg, Balingen oder Rottweil Teilnehmer locken, treffen sich hier. Und immer wieder kommen neue Impulse und Ideen hinzu. Die Babysitterbörse für das Städteviereck etwa läuft schon in der Vorbereitung vielversprechend an – der erste Babysitterkurs ist fast ausgebucht, dabei wurden die Prospekte für die Aktion erst dieser Tage an den Donaueschinger Schulen verteilt.
Schon jetzt gehen im MGH viele engagierte Leute ein und aus, aber es sollen, mit gestärktem Profil, noch mehr werden: Noch mehr als jetzt will sich das MGH zum Knotenpunkt, zur Ideenwerkstatt für freiwilliges Engagement mausern und jenen, die so gerne etwas tun wollen, aber nicht wissen, was, verschiedene Möglichkeiten aufzeigen. Einen weiteren Schwerpunkt wird künftig das Thema Demenz bilden – es ist aktueller denn je. Die Caritas-Demenzberatung, bislang in Villingen ansässig, wird ab Oktober auch einmal wöchentlich im MGH Donaueschingen als Anlaufstelle zu finden sein.
Ein besonders bemerkenswerter Einfall hat kleine Startschwierigkeiten, weil es an Freiwilligen mangelt, die es in die Hand nehmen: Andreas Menge plant eine Internetplattform zur Vermittlung von Dienstleistungen vom Schneeschippen bis zum Sprudelkisteneinkauf getreu dem Motto: "Ich bügle Deine Wäsche, Du mähst meinen Rasen".