Donaueschingen Gewalt statt Diskussion
Schwarzwälder-Bote, 26.06.2012 03:29 Uhr
Das Objekt "Donau so blu" aus blauem Plexiglas hat ein großes Loch und ist nicht mehr zu reparieren.Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Franz-J. Filipp Donaueschingen. Für Georg Riedmann, Leiter des Amtes der Stadt für Kultur, Tourismus und Marketing, ein schwerer Schlag: Unbekannte haben das Objekt "Donau so blu" aus blauem Plexiglas mit eingearbeitetem goldenen Siebdruck und Spiegel von Klaus Münch mit einem Pflasterstein schwer beschädigt. Die anlässlich der Heimattage am 20. Mai initiierte künstlerische Gestaltung entlang des Flussverlaufs der Brigach (wir berichteten) von der Christuskirche bis zum Museum Biedermann mit Skulpturen von Rainer Ecke, Klaus Münch und Paul Schwer hat damit nicht nur optisch Schaden genommen: Georg Riedmann steht jetzt vor der schwierigen Aufgabe, dem Künstler das Unverständnis in Sachen Kunst zu beichten. Klar, dass Kunst zu Diskussionen zu den Projekten und Künstlern anregen soll, aber wer denkt denn gleich an Zerstörung, ist der Amtsleiter sauer. "Ich habe zwar schon versucht, ihn telefonisch zu erreichen, aber wie viele Künstler und Freidenker ist er offensichtlich meist unterwegs. Ich werde das nun wohl schriftlich machen müssen, in der Hoffnung, dass der Künstler das versteht und eine neue Kuppel anfertigt." Bereits gestern hatte der Bauhof die geborstene Halbkugel aus dem Wasser gefischt und ins Lager verfrachtet kein schöner Anblick.


