Von Franz-J. Filipp Donaueschingen. Erneut lichtet sich das Bild des Donaueschinger Einzelhandels mit der von Angela Rieple-Egender für Februar 2013 angekündigten Schließung ihrer Scheffel-Apotheke. Nach der Verlagerung der Drogeriekette Müller ins Bahnhofscaré und Schließung des City Markts nun eine neue Wunde für die innerstädtische Infrastruktur.Dabei zeigt sich der Gewerbeverein Donaueschingen mit über 160 Gewerbebetrieben – wobei sich 30 Prozent auf Handel und Handwerk verteilen und der Rest auf Industrie, Freiberuflern, Dienstleistern, Gaststätten und Hotels – mit den Vorsitzenden Oliver Kaltenbach, Patrick Schmoll, Gerhard Werb an der Spitze überaus engagiert. Das war auch unter dem früheren Vorsitzenden Johannes Fischer bereits so, der vor zwölf Jahren Gero Mardorf ablöste.

Woran also kann es liegen, dass sich trotz aller Bemühungen Sorgenfalten in den Reihen des Gewerbevereins zeigen?

Fotostrecke16 Fotos

Für Oliver Kaltenbach vom Haus der Mode und der zusammen mit Patrick Schmoll und Gerhard Werb im November vergangenen Jahres von Johannes Fischer die Vereinsführung übernahm, ist dies ein Thema, das sich nicht zwischen Tür und Angel beantworten lässt und bei dem auch gesellschaftliche Veränderungen berücksichtigt werden müssen.

Für ein Katastrophen-Szenario, dass womöglich einzelne Randbereiche wie die Wasserstraße als Einkaufszone wegbrechen, sei es jedoch viel zu früh. Und es könne auch nicht isoliert die Frage betrachtet werden, ob der Einzelhandel krankt, wie Kaltenbach betont. Da müsse man genau hinschauen, weil Objekte wie der ehemalige Drogeriemarkt Müller zwar leer stehen, vertraglich aber auch nicht verfügbar seien.

Ebenso habe sich heute das Verhalten der Kunden geändert, in erster Linie durch das Internet. Auch spielten Faktoren wie gestiegene Lebensunterhaltungskosten für Energie etwa eine Rolle, dass bei vielen Kunden das Geld nicht mehr so locker sitze. Die Frage nach ausreichend Parkraum sei hierbei nur ein weiteres Thema, das als Ursache für eine womöglich schwindende Akzeptanz in Betracht komme. Gerade letzteres aber sei ein Problem, das sich in anderen Städten ebenfalls zeige, etwa in Villingen. Dort wollen viele gar nicht mehr hin, weil sie keinen Parkplatz finden, weiß der Gewerbevereinsvositzende. Bereits im Frühjahr hatte der Gemeinderat die "Zukunftswerkstatt" deshalb als wichtiges Thema erkannt und eine Klausurtagung zur Innenstadtgestaltung im kommenden Frühjahr beschlossen. Die öffentliche Diskussion am 4. Mai nun danach mit interessierten Donaueschingern gemeinsam soll Problemzonen eingrenzen und Lösungsansätze aufzeigen. Anmeldungen hierzu sind bereits heute schon bei der Stadtverwaltung möglich.

Weitere Informationen: Stadtverwaltung, Telefon 0771/857 109 oder E-Mail stadt@donaueschingen.de.

Von Franz-J. Filipp

Immer mehr Kunden machen ihre Einkäufe heute per Mausklick im Internet, das spürt auch der Einzelhandel in Donaueschingens Weihnachtsgeschäft. Online-Plattformen sind also keine Scheinwelten mehr, sondern wirken sich real an den Kassen aus, wie der Vorsitzende des Gewerbevereins erkennt. Ob der Leerstand in Donaueschingens Innenstadt damit begründet werden kann, oder fehlende Parkplätze der Grund sind, bedarf einer genauen Analyse. Die Stimmung im Weihnachtsgeschäft jedoch kann als Indikator gewertet werden, dass sich der Kunde mit seinen Gewohnheiten ändert. Doch familienfreundliche Aktionstage in Verbindung mit Kulturangeboten kann das Internet nicht bieten und gute Beratung sicher auch nicht. Das sind positive Ansätze. Die öffentliche Diskussion im Mai kommenden Jahres eröffnet Chancen, auch das "Drumherum" neu zu gestalten.