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Donaueschingen Es führt ein Weg nach Nirgendwo

(ff), vom 08.02.2012 03:53 Uhr
Spuren im Schnee, die plötzlich enden: Die Spaziergänger auf den Blenklepass hinauf von Bräunlingen aus müssen  wieder umdrehen, wenn die Donaueschinger Wege nicht geräumt sind.  Foto: Privat
Spuren im Schnee, die plötzlich enden: Die Spaziergänger auf den Blenklepass hinauf von Bräunlingen aus müssen wieder umdrehen, wenn die Donaueschinger Wege nicht geräumt sind. Foto: Privat

Donaueschingen - Schönes Wetter, Sonntag – die Baarlandschaft präsentiert sich von einer ihrer schönsten Seiten. Zeit für einen Spaziergang! Das dachte sich am Wochenende Martin Gorny, doch am Blenklepass angekommen, musste der Donaueschinger umkehren: Der Weg endete abrupt, weil nicht geräumt.Dabei ist der Mitarbeiter des Villinger Landratsamtes alles andere, als ein notorischer Nörgler, der an der Stadtverwaltung und nun gerade am Schneeräumdienst auf Gemarkung Donaueschingen und den angrenzenden Umlandgemeinden ständig etwas auszusetzen hat.

Doch der Fuß- und Radweg entlang der Verbindungsstraße nach Bräunlingen wäre im Winter eine schöne Sache, wenn er nutzbar gehalten würde, wie der Donaueschinger meint.

"Seit einigen Tagen hat es keine nennenswerten Schneefälle mehr gegeben. Man könnte annehmen, dass es dem Räumdienst gelungen sein müsste, öffentliche Wege und Straßen um 11 Uhr zu räumen", fragt sich Gorny.

Ausweichen für Fußgänger, Radfahrer sowie Mofafahrer auf die Straße? Unmöglich! Gerade durch den Ausbau der Verbindungsstraße werden dort oft Spitzengeschwindigkeiten gefahren, erklärt er. Sicherer ist es also auf dem Radweg, doch was also tun, wenn dieser kaum begehbar oder befahrbar ist?

Der Blick über den Blenklepass stimmt Martin Gorny umso nachdenklicher. "Bräunlingen hat seinen Bereich gut im Griff. Der Weg ist geräumt, einschließlich der Zugänge zu den Seitenwegen," bilanziert der Donaueschinger am Wochenende. Aber an der Gemarkunsgrenze zu Donaueschingen sei dann Schluss.

Lediglich ein Trampelpfad, angelegt durch Fußgänger selbst, führe weiter Richtung Donaueschingen. "Schon eine Herausforderung für normale Nutzer", so Gorny. "Nicht begehbar vor allem für ältere und kranke Menschen, die aus dem nahen Sanatorium heraus frische Luft schnappen wollen, geschweige denn für Radfahrer".

Gefährlich werde des dann, wenn Spaziergänger dort in Richtung Allmendshofen den Rückweg antreten wollen, denn dabei müssen diese die Straße überqueren.

Stadtverwaltung weist Kritik zurück und verweist auf Vorgaben

Für Gorny gibt es keinen vernünftigen Grund, weshalb sich dieser Weg auf Gemarkung Donaueschingen in einem derartigen Zustand befindet. Auch Schneeverwehungen stünden dort auf der Tagesordnung im Winter, weil Netze fehlen. Der Donaueschinger vermisst hierbei die Verantwortung für den Bürger.

Einen Vorwurf, den Hauptamtsleiter Tobias Butsch so nicht teilen kann. Butsch verweist dabei auf die Prioritäten, die bei den Räumdiensten gesetzt werden und in erster Linie auf die Freihaltung der Hauptverkehrswege abzielen.

Dazu werde auch ein Räum- und Straßenplan erstellt. "Es werden dann zunächst gerade die Hauptwege geräumt, ebenso die Haltestellenbereiche", erklärt Butsch.

Erst danach, wenn es die Kapazitäten zulassen, könne man sich den Nebenstraßen und zum Schluss etwa auch den Spazierwegen annehmen. Nicht alle Straßen könnten somit zur gleichen Zeit geräumt und gestreut werden. Die Reihenfolge der Räumung wird entsprechend der Verkehrsbedeutung der Straßen festgelegt. Um 22 Uhr endet auch der städtische Winterdienst.

Die Frage, was räumt die Stadt und was nicht, beschäftige die Bürger dabei wohl immer wieder. Zuständig für die Kreisstraße über den Blenklepass nach Bräunlingen sei der Landkreis, beim Rad- und Fußgängerweg indes ist es die Stadt.

Dort könne man jedoch auch nur dann räumen, wenn die übrigen Arbeiten abgehakt sind, so Donaueschingens Hauptamtsleiter.

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