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Donaueschingen Donaustadt sucht den Supernarr

Cornelia Spitz, vom 07.02.2012 09:05 Uhr
Aber hallo! Da hätte wohl jemand Chancen auf den Titel als Supernarr gehabt... Foto: Maier
Aber hallo! Da hätte wohl jemand Chancen auf den Titel als Supernarr gehabt... Foto: Maier

Donaueschingen - Das Obergretle Sabine Spies weiß es noch genau, wie es als kleines Mädel, total aufgeregt, im Indianerkostüm steckte. Die Oma hatte es zusammen mit ihrer Mama selbst genäht und viel Liebe mit hinein gepackt. Dann endlich war der große Tag gekommen: Auf zum Kinderball, zusammen mit hunderten Kindern in einfallsreichen Kostümen.

Ihre eigenen, "ganz langen" Haare wurden von der Mama zu Zöpfen geflochten, ein buntes Band war in Indianermanier um den Kopf gebunden worden und hielt am Hinterkopf befestigte bunte Federn fest – und hätte die kleine Sabine als waschechte Indianerin ihr Gesicht nicht rotbraun getönt, wären rote Backen zum Vorschein gekommen, so aufgeregt war sie.

Ja, der Donaueschinger Kinderball war einst ein richtiger Preiskostümball für kleine Leute, ungeheuer detailverliebt herausgeputzt die Masken und Häser. Und auch jetzt wieder dürften bei kreativen Eltern und Großeltern auf der Suche nach dem schönsten, witzigsten, originalgetreuesten Kostüm die Köpfe rauchen: Zum ersten Mal seit vielen Jahren wird der Kinderball am Fasnetdienstag wieder, was er einmal war: ein richtiger Preismaskenball.

Das Organisationsteam mit dem Narrenvater Alois Käfer, Dirk Fricker vom Hansel- und Gretlerat und dem Obergretle Sabine Spies bereitet das Revival derzeit vor. Während sich die heute 43-jährige Sabine Spies noch an ihre ersten Kinderbälle vor 35 Jahren erinnern kann, blickt die Veranstaltung selbst auf eine ungeheuer lange Tradition zurück: Schon seit 1875, so die Recherchen, wird in Donaueschingen der Kinderball gefeiert.

Dass neben den schönsten Kostümen für kleine Leute und der Prämierung im Wettstreit "DSDSN – Donaueschingen sucht den Supernarr" Spiel und Spaß im Vordergrund stehen, versteht sich von selbst. Auch wenn das so populäre "Wurstschnappen" von einst aus hygienischen Gründen heute untersagt ist, ist allerhand geboten. Am Anfang steht, ganz traditionell, der Narrenvater mit einem heliumgefüllten Luftballon für jedes Kind bereit. Obergretle Sabine Spies führt durch das Programm. Dabei werden zwei Tanzschulen auftreten: die Tanzschule von Martina Dancker mit zwei Tanzgruppen – den ganz Kleinen und den Teenies – sowie die Tanzschule Seidel aus Donaueschingen mit einer Tanzgruppe im Alter von sechs bis 13 Jahren. Und nach viel Tanz, Spiel und Spaß erfolgt die feierliche Prämierung: Die Jury mit Sabine und Kim Spies sowie Dirk und Benedikt Fricker wählen den Supernarr – dieser darf, muss aber nicht, lustige Fasnetsprüche zum Besten geben. Und Gewinner sind sowieso alle Kinder: Sie bekommen eine Kleinigkeit sowie natürlich am Ende Brezel und Wurst. Die aber winkt den kleinen Narren erst nach dem Siegeszug: der feierlichen, närrischen Polonäse durch den Saal. Danach hofft der Frohsinn auf eifrige Mitstreiter und großes Gefolge beim kleinen Umzug zum Hanselbrunnen, wo die Fasnet beerdigt wird.

Weitere Informationen: Kinderball am Dienstag, 21. Februar, 14 bis 17 Uhr in den Donauhallen.

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