Donaueschingen Tierheim träumt von Neubau
Franz-J. Filipp , 25.05.2012 05:46 Uhr
Nadine Vögel, seit 2010 Leiterin der Donaueschinger Einrichtung, kann lediglich kleine Teilerfolge verbuchen. So täuscht die Idylle im Grünen, denn im Winter ist es für die Hunde weniger schön, der alte Hundezwinger lässt sich nicht richtigt beheizen und der Neubau lässt aus finanziellen Gründen auf sich warten. Foto: Filipp
Donaueschingen - Das "neue" Kreistierheim ist schon länger in der Diskussion – mehr jedoch nicht, wie Nadine Vögel, seit 2010 Leiterin der Donaueschinger Einrichtung, mit Blick auf die finanzielle Ausstattung nüchtern konstatiert.
Und das wird auch noch einige Jahre so bleiben, fürchtet die 33-Jährige. Der dringend erforderliche Neubau des Hundezwingers im Haberfeld wird womöglich gar noch lange ein Wunsch bleiben, sollte sich nicht überraschend ein Sponsor finden. Paradox an der Situation ist, dass für Abriss und Neubau keine Mittel und Zuschüsse bereit stehen, die Heizkosten durch die marode Bausubstanz aus den 1960er Jahren mit monatlich 2000 Euro aber vertraglich von den Kommunen mitgetragen werden. Ein schönes Sümmchen, das mit den Jahren buchstäblich durch den Schornstein wandert. Trotz Trägerverein mit den Gemeinden St. Georgen, Villingen-Schwenningen und Donaueschingen im Rücken herrscht beständig Ebbe in der Kasse.
So verwundert es auch nicht, dass hier und da Reparaturen anfallen, regelmäßig an den Zwingertüren geschweißt und an den Hundehütten genagelt wird. "Hier buddeln sich gerade wieder die Hunde durch", zeigt Nadine Vögel im Freigehege auf tiefe Löcher unter dem Maschendraht. Doch für Handwerker fehlt das Geld. Sysyphusarbeit also für die insgesamt fünf Festangesellten und zwei Einstiegsqualifizierungskräfte und die beiden 1,5-Euro-Jober, die pausenlos ausbessern, wo es nur geht.
"Eigentlich sind drei Stellen für Geringverdiener ausgewiesen, für eine Stelle aber bislang konnte noch niemand gefunden werden", hofft die Leiterin, dass sich doch noch jemand findet.
Anlaufstelle für Ausgesetzte
Jede Hand zählt in diesen Tagen kurz vor der Urlaubszeit, wenn sich vor dem Kreistierheim immer wieder die gleichen Szenen abspielen. Immer wieder ist das Kreistierheim Anlaufstelle für Ausgesetzte: Tiere werden in Käfigen sogar im Dunkeln verstohlen vor die Tür gestellt, mitunter schon an der Straße, wie zuletzt ein seltener Ziegensittich. Tiere, die gut bis zu 40 Jahre alt werden können. Liebevoll eingerichtet mitsamt Käfig stand das Tier auf einmal da.
Über die Beweggründe, ein solches Tier aufzugeben – Rätselarten auf ganzer Linie. Inzwischen hat sich ein Liebhaber gefunden.
Die Ruhe jetzt ist trügerisch, erzählt Nadine Vögel. Bald herrsche wieder Katzenjammer, wenn die Jungtiere Überhand nehmen und beim Fundbüro der Stadt Donaueschingen nicht so einfach abgegeben werden können. Einen kleinen Erfolg aber kann die Leiterin jetzt vorweisen, so konnten die Kosten für eine im Januar entlaufene Katze dorch noch geltend gemacht werden. Die Donaueschinger Behörde war dem Anträgen bislang immer wieder mit dem Verweis begegnet, dass es sich um herrenlose Tiere, also Streuner, handle. Und zumal keine Gefahr für die Öffentlich somit auch somit keine Verpflichtung zur Übernahme der Kosten für die Erstunterbringung in den ersten vier Wochen bestehe (wir berichteten).
Durch eigene Recherchen schließlich und mit dem implantieren Chip im Fell der Katze konnte der Besitzer ausfindig gemacht werden. Es handelte sich damit klar um eine Fundsache. Aufmerksam geworden auf die nicht ganz übliche Praxis war auch der Landestierschutzverband Baden-Württemberg, dessen Vorsitzender Herbert Lawo schriftlich bei der Stadt Donaueschingen um eine Erklärung anfragte, mündlich sogar andeutunsgweise auch Zugeständnisse zu hören bekam.
"Das Kreistierheim ist auf die ordnungsgemäßen Fundtieranzeige der Stadt zur Kostenübernahme angewiesen", so Nadine Vögel. Eine geeignete Möglichkeit, auf die Sorgen und Nöte des Kreistierheims aufmerksam zu machen ist der Tag der offenen Tür am 28. Juli von 11 bis 17 Uhr. Gemeinsam mit dem Verein der Hundefreunde werden Angebote zum Verweilen sowie Rundgängen einläden. Tombola und Vorführungen sollen zudem für Kurzweil sorgen.
Weitere Informationen:
Kreistierheim, Telefon 0771/158 9897 oder info@tierheim-donaueschingen.de


