
Von Cornelia Spitz
Donaueschingen. Die Einbrecher gehen um. Da kann manchem Häuslebesitzer schon angst und bange werden. Elf "Tageswohnungseinbrüche" im Donaueschinger Umland, drei weitere alleine in Aasen – so die aktuelle Bilanz der Donaueschinger Polizei.
Trotzdem, sagt Polizeihaupkommissar Ingo Baumann, der das Donaueschinger Polizeirevier leitet, sei es einbruchstechnisch bislang relativ ruhig. Es gab schon größere Einbruchsserien.
Markant sind die aktuell gelisteten Einbrüche aber allemal: Die Täter scheinen sehr dreist zu sein. Sie nutzen keine mehrwöchigen Urlaubs-Abwesenheiten der Bewohner und kommen noch nicht einmal mitten in der Nacht auf Beutezug. Nein, sie gehen, wenn man so will, mitten am Tag auf Diebestour. Zwischen 16 und 20 Uhr ereigneten sich die Einbrüche in all diesen 14 Fällen. Eine Einbruchszeit, die allenfalls im Winter häufiger vorkommt, weil Räuber dann leichtes Spiel haben: Hochgezogene Rollläden, kein einziges brennendes Licht im Gebäudeinneren, da muss kein Intelligenzbolzen am Werk sein um zu wissen, dass hier gerade niemand zu Hause ist.
Typisch für die Einbrüche in den vergangenen Wochen ist, dass die Diebe die Terrassentüre mit einem Schraubenzieher oder einer Brechstange aufhebeln. Wenn das nicht geht, wird auch schon mal ein Fenster an der Gebäuderückseite eingeschlagen. Einbrüche per Dietrich indes sind dank fortschreitender Schließtechnik äußerst unüblich geworden, erzählt Baumann. Und auch spektakuläre Coups wie früher, bei denen die Räuber nicht nur des Wertes wegen, sondern auch mit Blick auf Größe und Gewicht fette Beute machten, sind selten – Fernseher oder Stereoanlagen schleppen sie heute nicht mehr aus den Häusern. Auf Bargeld, EC-Karten, Ausweise und Schmuck hatten sie es jüngst immer abgesehen.
In Aasen, wo zuletzt am 7. Januar aus einem Einfamilienheim Bares, Karten, Sparbücher und Co. entwendet worden waren, sind die Bürger nun nervös geworden und machen sie unter dem Titel "Aasen passt auf" am 7. Februar bei einer Info-Veranstaltung mobil (siehe Info-Rubrik).
Polizeihauptkommissar Ingo Baumann registriert solches Bemühen wohlwollend – es kann nie schaden, sensibel zu sein, die Augen offen zu halten. "Der Bürger kennt sein Umfeld, er weiß, wer hier verkehrt, welche Autos zum Wohngebiet gehören, wer hierher passt und wer nicht", erklärt er und hofft ganz ausdrücklich, dass Bürger, sobald sie Personen bemerken, die in Wohngebieten herumschleichen, wo sie offenbar nichts zu suchen haben, die Polizei anrufen. "Wir kommen dann vorbei und überprüfen die Person", verspricht er und stellt klar, dass niemand Scheu haben muss, beim Freund und Helfer anzurufen. Lieber einmal zu oft alarmiert als zu wenig. Und was können Bürger sonst noch tun? Auch in Abwesenheit einfach mal ein Licht brennen lassen, außen Bewegungsmelder installieren, im Idealfall sogar eine Kamera mit Bewegungssensor und, allem anderen voran: gegenseitig aufmerksam sein.
Nach mehreren Einbrüchen im Neubaugebiet Aasen wurde jüngst das Schützenhaus an der Steig von Dieben heimgesucht, die es offensichtlich und eindeutig auf Bargeld und Schmuck abgesehen haben. Aasener Bürger wollen das nicht länger hinnehmen. Am kommenden Dienstag, 7. Februar, heißt es darum um 19.30 Uhr im Florianskeller "Aasen passt auf". Betroffene Bürger laden in Absprache mit Ortsvorsteher Karlheinz Bäurer zu diesem Informationsabend ein. Dabei werden ein paar Fälle geschildert und mit einem Vertreter der Polizei soll die Systematik der Einbrüche erörtert werden sowie Möglichkeiten, wie Bürger sich gegen diese dreisten Einbrüche schützen können. Initiator Björn Eller möchte darüber hinaus unter dem Motto "Aasen passt auf" Nachbarschaftsinitiativen mit gegenseitiger Aufmerksamkeit auf einzelne Wohnquartiere auf den Weg bringen. (ewk)