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Donaueschingen-Pfohren - Zur Teilnahme an den Weltmeisterschaft im Bogenschießen in Dahn hatte es den Donaueschingern Roland Volk und seinem Sohn Florian terminlich nicht mehr gereicht. Doch schon steht der nächste Wettkampf vor Tür.
Beide konzentrieren sich nun auf die Deutsche Meisterschaft für "Bow-Hunting" des Deutschen Feldbogenverbandes (DFBV) am 25. und 26. September in Barsinghausen.
Florian schießt in der Disziplin "Bow Hunter Recurve" (BHR) und wurde 2009 in den Wettbewerben "Bow Hunter" und "Feld und Jagd" in Wyhl Deutscher Meister als Schüler. Er zählt damit zu den Top-Schützen seiner Klasse. Zudem ist der Zwölfjährige, dessen Vater seit Dezember vergangenen Jahres einen Bogensport-Parcours in Donaueschingen betreibt, bereits Europameister in seiner Wettkampf-Disziplin.
"Wir wollen allerdings vermeiden, das Bogenschießen als reinen Leistungssport zu betreiben", unterstreicht Roland Volk (47) den Freizeitcharakter der Pirsch mit Pfeil und Bogen durch heimische Wälder. "Es ist das instinktive Bogenschießen mit dem einfachen Jagdbogen ohne Zielvisier und damit die urtümlichste Art des Bogenschießens", schwärmt Volk, denn es biete in erster Linie Entspannung und Ruhe in der Natur und damit einen Ausgleich zum Alltagsstress. Das kann Volks Frau Monika (45), die sich ebenfalls in der Klasse "Bow Hunter Recurve" sportlich betätigt, unumwunden unterschreiben. Selbst Tochter Anna (10) hat mit dem Langbogen schon die ersten sportlichen Erfahrungen gemacht.
In Donaueschingen stehen der "Gamshorn-Trail" bei Aufen mit 33 Zielen und die "Hochwald-Tour" bei Wolterdingen mit knapp 40 Treffermöglichkeiten zur Verfügung. Ein Gestattungsvertrag mit der Fürstenbergischen Forstverwaltung für rund 85 Hektar Wald an der Bruggener Halde (Wolterdingen) und mit der Stadt für die 10,2 Hektar große Stadtwald-Zone zwischen Aufen und Grüningen ermöglichen dies.
Für 2011 ist mit der "Buschland-Pirsch" bei Wolterdingen bereits der dritte Bogen-Parcours geplant.
Der gebürtige Münchner, der in Pfohren unmittelbar an der Hauptstraße ein Fachgeschäft für Bogensportausrüstungen betreibt, hat sich zur Aufgabe gestellt, vor allem Jugendliche für das Hobby zu gewinnen. Im Städtedreieck hatte Roland Volk deshalb im Rahmen der Ferienangebote Kurse angeboten. "Die Resonanz war einfach super", zieht Volk zufrieden Bilanz.
Ebenso bieter er Bogenschießen für an den Ganztagsschulen in Donaueschingen, Hüfingen, Rottweil und Immendingen an. Und ab kommenden Schuljahr könnte das Angebot von Bogen-Workshops neben der Grundschule Pfohren auch auf das Fürstenberg Gymnasium erweitert werden. Die Gespräche laufen, bestätigt der Pfohrener. Nach den Sommerferien möchte er so Kinder ab zehn Jahren fördern.
Seit vier Jahren lebt der Münchner nun schon auf der Baar und hält die Voraussetzungen in der Region für ideal, Bogenschießen nicht nur als Sportangebot zu verankern. Denn als Mittel gegen Stress im Berufsalltag sei Bogenschießen als Therapiewerkzeug vor allem auch gut für Fach- und Führungskräfte geeignet, weist der früherer Ingenieur auf seine pädagogische Seminare hin. Viele Jahre war Volk im Wolterdinger Verein der Bogenfreunde – der Kyffhäuserkameradschaft – in der Jugendarbeit engagiert, bevor er den Sprung in die Selbstständigkeit wagte.
Die Zahlen geben ihm offensichtlich recht, denn rund 1000 Bogensportfreunde gibt es im Schwarzwald-Baar-Kreis, schätzt Volk. Und noch ein Traum blitzt bei dem Pfohrer, auf das Thema angesprochen, unverkennbar auf. Vielleicht könnte Donaueschingen neben dem Reitturnier zu den Heimattagen 2012 eine weitere sportliche Veranstaltung mit einem nationalen Championat an sich binden: Die Deutsche Meisterschaft im "Bow-Hunting". Eine mündliche Zusage des Verbands liege bereits vor.