Dobel Weiter geht's mit Standort Hallenbad

Markus Kugel , 28.06.2012 09:01 Uhr

Dobel - Bei neun Ja- und drei Neinstimmen hat der Dobler Gemeinderat am Dienstagabend dafür votiert, eine Konzeptstudie in Auftrag zu geben. Es geht um den Abbruch des Parkhallenbads und den Neubau einer Sport- und Mehrzweckhalle.

Wie im Vorfeld berichtet stand die Sportstättenentwicklungsplanung auf der Tagesordnung. Zuerst gab Thorismuth Gaiser von der Firma SpOrt concept eine rund halbstündige Zusammenfassung. Er stellte die Beratungsergebnisse der Arbeitskreissitzungen vor. Per Beamer gab er Ausführungen.

Die Bestandsanalyse der bestehenden Turnhalle (erbaut 1964 als Anbau an das bestehende Schulgebäude) habe ergeben, dass eine Generalsanierung unabdingbar sei. Wegen der zu erwartenden Investitionskosten – nach der Sanierung entstehe übrigens keine DIN-gerechte Mehrzweckhalle – sollte über einen Abbruch und Neubau entsprechend dem Bedarf ernsthaft nachgedacht werden.

Größe von gewünschten Nutzung abhängig

Die Auswertung der Belegungspläne zeige, dass der "Bedarf inklusive Mehrbedarf im Winter" durch eine Einzelhalle (27 x 15 x 5,5 Meter) nicht gedeckt wäre. Die Größe sei von der gewünschten Nutzung abhängig. Weiter führte Geschäftsführer Gaiser aus: Für den aktuellen Bedarf des Sportbetriebs plus Wettkampfturnen sei eine Zwei-Feld-Halle mit einem Regelmaß von 36 x 18 x 7 Meter für eine klassische Geräteturnhalle (zweiteilbar) laut DIN zu empfehlen. Wenn das zeitgleiche und DIN-gerechte Bespielen von einem Volleyballfeld sowie zwei Badmintonfeldern möglich sein soll, wäre ein Sondermaß von 38 x 18 x 7 Meter erforderlich.

Beim Raumprogramm – behindertengerechte und barrierefreie Ausführung – für eine Sporthalle mit den Maßen 36 x 18 x 7 Meter werden bei "Gesamtnutzfläche und zusätzliche Räume" circa 1284 Quadratmeter angegeben – aufgeführt ist hier auch ein Mulitfunktions-/Kraftraum (10 x 10 x 4 Meter) mit Spiegelwand.

Drei mögliche Standorte wurden detailliert unter die Lupe genommen: Schule, Hudelmaier-Areal sowie Hallenbad. Thorismuth Gaiser ging auf die Vor- und Nachteile ein. Die Bewertungsmatrix zeigt: Schule "-2", Hudelmaier +/-0", Hallenbad "+2". Ergebnis: "Der Standort drei auf dem jetzigen Hallenbadgrundstück bietet mehr Vorteile und weniger Nachteile und ist daher für den Neubau einer Sporthalle 38 x 18 x 7 Meter zu empfehlen."

In der Aussprache nannte Thomas Mangler das Ergebnis verständlich. Lothar König wiederum sagte, er vermisse die Folgekosten. Der Standort Schule habe seiner Meinung nach "greifendere Vorteile". Ausfallzeiten seien kein Kriterium. Reimund Ruff erinnerte an die ausführliche Diskussionen in den Arbeitskreisen. Hier sei auch die Kostensituation angesprochen worden. Eineinhalb Jahre "sportlos" zu sein – das gehe im Übrigen überhaupt nicht.

Gerd Zauner stellte in Aussicht, mit dem Hudelmaier-Gelände die Sporthalle refinanzieren zu können. Dank des Arbeitskreises werde das Ergebnis von einer breiten Basis gestützt. Auch Markus Treiber sprach ein Lob für die Teilnehmer aus. Man wisse wohl, dass "Sonderdinge" nicht machbar seien.

Die Grundschüler müssten bei der bevorzugten Variante die Straße überqueren – darauf wurde im Gremium auch hingewiesen. Wobei Christian Knöpke bemerkte, dass der Standort für den Kindergarten besser sei.

Bernhard Kraft erklärte, eine mögliche Erweiterungsfläche sei seines Erachtens nicht ausschlaggebend.

Geschäftsführer Thorismuth Gaiser erinnerte daran: Beim Standort Schule würde man auch intakte Räume abbrechen. Es handle sich nicht nur um die Turnhalle. Außerdem falle der Spielplatz weg und das Hallenbad müsse trotzdem abgerissen werden.

Nebenbei: Bei der Diskussion gab es auch Gedankenspiele, die alte Turnhalle zusätzlich weiter zu nutzen.

Beim Antrag "Der Gemeinderat stimmt der Beauftragung der Konzeptstudie 4 (Abbruch des bestehenden Hallenbads und Neubau einer Sport- und Mehrzweckhalle) durch die Firma SpOrt concept zu", votierten letztendlich neun Gemeinderatsmitglieder dafür. Jochen Neubauer, Lothar König und Bernhard Kraft stimmten dagegen.

Wie die Verwaltung ausführte, handelt es sich nun gemäß dem Beschluss des Gemeinderats vom Januar und der darauf abgeschlossenen Vergütungsvereinbarung um den nächsten Schritt. Gemeint ist die Vergabe des Auftrags einer Konzeptstudie auf der Basis der in den Analysen vorgeschlagenen und vom Gemeinderat beschlossenen Schlussfolgerungen. Die Kosten für die Firma SpOrt concept belaufen sich auf insgesamt 38 000 Euro plus Mehrwertsteuer und Nebenkosten.

Entsprechend des vereinbarten Zeitplans erfolgt die Ausarbeitung im Sommer und eine weitere Arbeitskreissitzung mit Vorstellung der Ergebnisse der Konzeptstudie im Herbst.

Raumprogramm (gestapelte Nebenräume?), Lageplanskizze und so weiter: Die vom Dobler Gemeinderat in Auftrag gegebene Konzeptstudie kann als Vorentwurf für eine Halle bezeichnet werden. Eine Kostenschätzung wird dann ebenfalls vorliegen. Es handelt sich um eine Konkretisierung. Weil die Räte nach der Vorstellung eine Entscheidung getroffen haben, kann die Frage der Zuschüsse angegangen werden.

 
 
Kommentare (1)
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JUL
08
Robin H...., 13:59 Uhr

Standort Hallenbau

Der Gemeinderat sitzt in einem Bot und Rudert in zwei Richtungen. Einerseits lässt er weiter Europäische Veranstaltungen zu um wertvolles benötigtes Geld als Investition in die Zukunft zu Deklarieren. Anderseits ist kein Geld da um die Verwaltung oder den Bauhof wie auch Bürger + Tourismus Büro gut auszustatten. Natürlich nicht die Gebäude oder Spielplätze zu vergessen. Wann handelt der Rat endlich????