Von Winnie Gegenheimer Dobel. Wer wird angesprochen, wenn es auf dem Dobel um Volkshochschulkurse, Termine und Organisatorisches geht? Oder um den jährlichen Adventsnachmittag für Ältere und Alleinstehende? Ein Name ist hier Instanz: Ingeborg Bennewitz.Und das seit nunmehr 40 Jahren. "Ich wollte immer etwas für und mit Menschen tun", sagt sie. "Früh habe ich mich in der kirchlichen Jugendarbeit engagiert. Kirchliche Aufgaben habe ich auch übernommen, als ich 1950 nach Dobel gekommen bin. Und vor vier Jahrzehnten mit der Volkshochschule und dem Adventsnachmittag begonnen."

Wer jetzt nachrechnet, stutzt vielleicht – nein, kein Rechenfehler. Die Dame hat vergangenen Monat ihren 89. Geburtstag gefeiert.

Eine Dame ist sie im echten Sinne. Äußerlich tipptopp, die Umgangsformen geschliffen, vor allem aber im Herzen: "Was ich für Menschen tue, wird mir vergolten", ist sie überzeugt, "denn ich bin gesund und kann meine Arbeit leisten". Ehrenamtlich, versteht sich.

Die ersten Tage nach Beginn des Volkshochschul-Wintersemesters ist sie als Leiterin der Außenstelle Dobel voll beschäftigt: "Für Dinge drum rum habe ich da wenig Zeit. Es beginnen sechs neue Kurse."

Schließlich verwaltet sie die Kurse nicht nur, sondern ist bei Begrüßung und Einführung anwesend. Zum Thema Jakobsweg oder Rainer Maria Rilke oder auch, wie jüngst, beim Weinseminar. Da habe sich mancher Gast lieber her chauffieren lassen: "Probieren Sie mal acht Weine – und lernen soll man auch noch was dabei!"

Neugier und Interesse halten Ingeborg Bennewitz jung. So wie am neuen Kurs "Dobler Geschichten" vergangenen Montag, den sie selbst leitete. "Gleichzeitig bin ich schon wieder bei der Organisation des nächsten Frühjahrsprogramms für die Volkshochschule. Wie ich die Themen finde? – Liebes Kind, das ist kein Zuckerschlecken. Da muss ich mir schon den Kopf zerbrechen!"

Mit dem "lieben Kind" kann man als Gegenüber schon mal im gestandenen Alter von fünfzig Jahren adressiert werden – für die agile 89-Jährige ist es so.

"Die Frau Bennewitz ist nie krank", erklärte eine der Besucherinnen der "Dobler Geschichten" auf die zweifelnde Frage, ob die Kursleiterin bei kaltem Schmuddelwetter nicht vielleicht ausfiele. Ob es die 92-jährige Elisabeth Sauter ist oder jemand von den 15 anderen Teilnehmern wie Hildegard Fritz, die den spannenden Geschichten die Treue halten – sie alle werden von Ingeborg Bennewitz mit Namen begrüßt und freundlich empfangen.

"Die Dobler kommen normalerweise immer zehn Minuten zu spät. In 40 Jahren konnte ich sie nicht umerziehen", verrät sie schmunzelnd, "die Senioren sind allerdings pünktlicher, die möchten gerne einen guten Platz!" Tatsächlich: Fünf Minuten nach vier sind alle 16 da. An Bernhard Kraft, der an diesem Tag über "Die Wasserversorgung in Dobel von alters her" referiert, richtet die Kursleiterin sogleich die Frage: "Ist die Beleuchtung auch richtig?" Jeder soll es komfortabel haben.

Während sie mit ihren Gästen eintaucht in das Dobel des 19. Jahrhunderts, hat sie vielleicht schon wieder im Hinterkopf: Am 5. Dezember ist Adventsnachmittag im Kurhaus. Den Großeinkauf dafür will sie demnächst in Angriff nehmen. Routiniert wie sie ist, hat sie schon Vorbereitungen getroffen: Das Flötenensemble aus Neusatz ist höflich eingeladen, Kuchenbäckerinnen und Helfer werden angefragt. Und echte Schätze an Adventsgedichten hat sie ausgegraben.

Die Gäste dürfen gespannt sein, ebenso wie auf die Fortführung der "Dobler Geschichten" am kommenden Montag, 12. November. Da gibt es dann eine "kurzweilige und humorvolle" Überraschung.