
Von Horst F. Becker
Dobel. Eine Geburtstagsfeier der besonderen Art haben die Gäste der Oldtimer-Freunde-Karlsbad erlebt. Ein Jahr nach der Gründung ihrer Interessengemeinschaft stellten sie auf dem Dobler Dorfplatz Fahrzeuge zur Schau.
Rainer Warzecha, selbst "Sammler" alter Kraftfahrzeuge, zählt nach eigenen Worten inzwischen mehr als 440 Mitglieder in der von ihm gegründeten Interessengemeinschaft. Entsprechend groß war die Zahl der Aussteller mit weit mehr als 100 Fahrzeugen.
Die stolzen Besitzer der chromblitzenden Karossen gaben gerne Auskunft zu den vielen Fragen nach Baujahr, Hubraum, Leistung und Besonderheiten der speziellen Ausstattung. "Meinen NSU fahre ich nur bei schönem Wetter", verriet Jürgen Huwig aus Karlsruhe, während die extra aus Hamburg angereiste Jazz-Band "Hot-Shots" einen weiteren Blues spielte.
Das rote Cabrio – zwischen einem Oldsmobile und einem Audi stehend – glänzte. Ein Blick unter die Motorhaube offenbarte dem Kenner, hier sorgt ein Wankel-Motor mit 500 Kubikzentimeter und 50 Pferdestärken für den nötigen Vortrieb. Stolz zeigte Huwig ein Bilderalbum. "Wie Sie sehen, habe ich ihn völlig zerlegt und neu gebaut." Dem Maschinenschlosser im Ruhestand glänzten die Augen. "Fünf Jahresurlaube sind dabei draufgegangen", sagte er. Die Motor-Abdeckhaube unter dem kleinen Kofferraum ist, anders als beim Original, inzwischen besonders isoliert. Auch eine zweite Lüftung kann er elektrisch zuschalten. Ansonsten entspricht der "Flitzer" Baujahr 6/1966 weitestgehend dem Serienmodell.
Am späten Nachmittag rollte ein weiteres besonderes Fahrzeug aufs Gelände. Sein Kennzeichen GAP (Garmisch-Partenkirchen) verriet den bayerischen Standort und lässt vermuten, dass die stolzen Besitzer auf einer ausgedehnten Tour unterwegs sind. Der kupferfarbene Auto Union 1000 SP mit Panorama-Frontscheibe und riesigen Heckflügeln erhielt sofort die gesamte Aufmerksamkeit der Besucher. "Das ist ja was ganz Besonderes", sagte Rainer Warzecha und wies den Fahrer auf seinen Stellplatz ein.
Der dunkelbraune Lederkoffer auf dem Heckträger unterstrich den besonderen Charakter des inzwischen seltenen Cabriolets.
Über das Thema "Automobilsommer 2011" hinaus plant Bürgermeister Wolfgang Krieg mithilfe geeigneter Investoren ein Dobler Automobilzentrum. Der Schultes: "Das Thema ist für Dobel ganz besonders wichtig! Hier sollen nach derzeitigen Plänen Garagen und Serviceeinrichtungen für Oldtimer und deren Instandhaltung entstehen und Besitzer dieser Fahrzeuge von hier aus ihre Ausflugsfahrten starten."