Von Winnie Gegenheimer

Dobel. Pech für die Veranstalter: Beim sechsten Dobler Schlittenhunderennen ist das Starterfeld mit ursprünglich 80 Meldungen wegen des Wärmeeinbruchs auf etwa die Hälfte zusammengeschmolzen.

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Deshalb hätte Klaus Berr den Pulverschnee aus dem tief verschneiten Pitztal mitbringen sollen. Mit seinem Achtergespann Alaskan Malamuts war er ebenso zum sechsten Dobler Schlittenhunderennen angereist wie Georg Schwarzenböck aus Stans im Zillertal und Manuel Baier aus Linz in Oberösterreich. Hinzu kamen Gespanne aus dem Elsass, dem Odenwald und dem Raum Kassel. Näher hatte es da Thomas Geil aus Schömberg.

Ein Erlebnis eigener Art war das Wochenende in jedem Fall: Sulziger Schnee, Regen-schauer und Windböen. Unentwegte Zuschauer, nicht so zahlreich wie sonst, ließen sich trotzdem nicht vom Erlebnis Schlittenhunderennen abhalten, pilgerten durch das Musherlager, über dem das aufgeregte Jaulen der Hunde lag, freuten sich über Baby-huskies wie den kleinen Numenor, der noch an der Leine spazieren ging, oder ließen sich von gut gelaunten Gespannlenkern in die Geheim-nisse der Schlittenhunde einführen.

Wilfried Umbach aus der Nähe von Kassel, der vor allem Langstreckenrennen in Schweden fährt, stets gern nach Dobel kommt und das Rennen schon einmal gewon-nen hat, erklärte, welche Bedeutung ein Tier wie seine langjährige Leithündin Cheyenne für ein Gespann hat. Begeistert war er wie andere anwesende Musher vom Dia-Visionsabend am Freitag, an dem Wahlkanadier Sebastian Schnülle von seinen Renn-abenteuern berichtet hatte. "Er zeigt nicht nur schöne Bilder, sondern auch den immensen Trainings- und wirtschaftlichen Aufwand, der hinter so einem Mehrtagesrennen steckt."

Mit einer Stunde Verspätung konnte das Samstagsrennen mit Schlitten gestartet werden – nachdem Organisator Andreas Kraft mit Vater Bernhard seit 6 Uhr morgens erneut mit der Pistenraupe zur Streckenpräparierung unterwegs war. Zwar gab es keine Zeitnahmen und die Strecke wurde auf zehn beziehungsweise 18 Kilometer gekürzt, aber, so Kraft, "selbst die längere Strecke lässt sich einwandfrei fahren. In höheren Lagen und im Wald ist der Schnee top." Der Organisator war an allen Ecken und Enden eingebunden. Selbst um die Bewirtung musste er sich in diesem Jahr selbst kümmern, was sein Fest-erfahrener Langensteinbacher Freundeskreis unter anderem mit Glühwein übernahm.

"4-3-2-1-Start!", unbeeindruckt vom Wetter kündigte Moderatorin Carmen Korth Gespann um Gespann am wieder nach oben neben den Wasserturm gelegten Start an, stellte die Musher vor und gab Informationen rund um den Schlittenhundesport dazu. Spannend war die Veranstaltung für die Laien unter den Zuschauern und für Profis wie Sebastian Schnülle, der zur persönlichen Erinnerung Fotos schoss: "In Deutschland bin ich nie Rennen gefahren. Meine 22 Hunde sind in Kanada". Weiter sagte er: "Ja, ich habe tatsächlich schon ein 32-Hunde-Gespann einen Truck ziehen lassen." Vom Wetter war der Musherstar gar nicht irritiert: "In Kanada musste das erste Saisonrennen auch mangels Schnee abgesagt werden."

Aufwärmen konnten sich alle am Samstag beim Musherabend mit der ZAP-Gang, bei dem "richtig gute Stimmung" herrschte, wie ein Gast aus Straubenhardt befand, "schade, dass nicht noch mehr Fans guter Rock- und Popmusik gekommen sind."

Das Rennen am Sonntag musste witterungsbedingt abgesagt werden.