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Dobel - Die Vorbereitung für die neue Kollektion läuft auf Hochtouren. In der nächsten Woche geht es auf die Messe inhorgenta nach München. Erstmals stehen 2012 auch die USA wieder auf dem Messeplan. Bunzdesign ist voll am Markt.
"Einzigartiges zu schaffen ist für mich wie eine Sucht." Der diesen hohen Anspruch an sich hat, könnte bequem zurückblicken auf annähernd 60 bewegte Jahre beruflichen Schaffens – und doch geht sein Blick weiterhin nach vorn: Georg Bunz, 73 Jahre, Unternehmer, Künstler, Techniker, ist nicht immer nur bequem." Ich verfolge meine Ziele", sagt er. Und davon hat er noch nicht genug.
Die Narbe der Insolvenz seines Atelier Bunz im Krisenjahr 2009, aus der sich innerhalb weniger Wochen Bunzdesign entwickelte, bleibt Georg Bunz. Auch ein Misstrauen gegenüber manchem im Kreditgewerbe.
Doch nach kontinuierlicher Aufwärtsentwicklung in den ersten anderthalb Jahren des Neubeginns mit neu aufzubauendem Warenbestand "hat sich das wichtige Jahr 2011 gut entwickelt." Eine sichere Position am Markt hochwertigen Schmucks, vor allem Platinschmuck, konnte erreicht werden.
Schmuck aus der Dobler Schmiede geht nach Japan, in die USA und in die Golfstaaten wie Dubai. Der Schwerpunkt liegt aber mit einem Anteil von rund 60 Prozent nach wie vor in Deutschland und Mitteleuropa.
Zwölf Goldschmiede, dazu zwei, bald drei Lehrlinge, bilden das Herzstück der Bunz-Produktion. Insgesamt arbeiten etwa 30 Personen auf dem Dobel, viele davon aus der Region stammend und bereits über Jahrzehnte der Firma verbunden. Bunzdesign hat die meisten nach der Krise 2009 erneut eingestellt.
Für den Vertrieb zeichnet Susanne Bergner seit zweieinhalb Jahren verantwortlich. "Gute Verkäufer und Kundenkontakter", so Georg Bunz, "sind immens wichtig".
Was ihn nach wie vor zum Schwärmen bringt, ist das Material Platin. Schon Mitte der 1970er-Jahre wagte er den Einstieg mit dem hochreinen Edelmetall, das noch immer fast 40 Prozent der Firmenumsätze ausmacht. Der hohe Schmelzpunkt von 1700 Grad machen seine Verarbeitung anspruchsvoller und spezieller als die von Gold. "Dafür ist es extrem biegsam und nützt sich praktisch nicht ab", erklärt der Kenner. Mit Platin hat Bunz seine bekanntesten Kreationen gefertigt, wie den Diamant-Spannring oder den Halsreif mit Patentverschluss. Wobei ihm seine technische Grund-Ausbildung zugute kommt. Manuelle und maschinelle Verarbeitung gehen Hand in Hand.
Nach wie vor ist Bunz kreativer Kopf seiner Firma. "Ab und zu schnuppern Hochschulstudenten herein", erklärt er. Woher er weiterhin seine Motivation nimmt? – "Das beste Design habe ich noch nicht gemacht!"
Georg Bunz ist gebürtiger Dobler. In den Kriegs- und Nachkriegsjahren bei Mutter und Großvater aufgewachsen, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Stahlgraveur in der Pforzheimer Metallfabrikation.
Nach der Meisterprüfung studierte Bunz Design an der damaligen Kunst- und Werkschule, der heutigen Hochschule. Danach, so Bunz, kamen "die Jahre mit den besten Erfahrungen meines Lebens." Seine Durchlaucht, Johannes Prinz von Thurn und Taxis, machte den jungen Handwerksmeister zum Geschäftsführer einer der in seinem Eigentum befindlichen Pforzheimer Schmuckbetriebe.
Der Kontakt ging weit über das Geschäftliche hinaus, und Bunz profitierte letztlich auch davon, als er 1975 in Pforzheim seinen eigenen Betrieb gründete. Zehn Jahre später zog es Bunz "zurück zu den Wurzeln" auf den Dobel, auf Initiative eines langjährigen Wegbegleiters auch im dortigen Gemeinderat: des damaligen Dobler Bürgermeisters Gerhard Westenberger. Drei von Georg Bunz‘ vier Kindern leben heute mit ihren Familien auf dem Dobel. Die Söhne sind ebenfalls der Schmuckbranche verbunden.
Vor 25 Jahren gründete Georg Bunz mit der Bunz Montres SA in der Schweiz zur Uhrenfabrikation ein separat arbeitendes Unternehmen. Weltweit machte er sich vor allem einen Namen mit der Moontime-Uhr, in der ein Mond in Kugelform mit bislang unerreichter Genauigkeit um das Zifferblatt rotiert, exakt den Mondphasen nachempfunden. Auch hier gibt es ständige Weiterentwicklungen. Die Nachfrage nach hochwertigen Uhren, sagt Bunz, ist ungebrochen. In den arabischen Golfstaaten beispielsweise sind sie ein Renner. 70 Prozent des gesamten Bunz-Exportes dorthin sind Uhren. Insgesamt jedoch "mache es die Mischung" aus in der Schweiz hergestellten Uhren und dem in Deutschland produzierten Designerschmuck, der die Marktposition festige.