Dietingen Verärgerte Bürger fordern Tempo-30-Zone

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Beim "Schwanen" ist die Straße breit genug für eine Querungshilfe. Im Hintergrund biegt ein Lastwagen vom Hummelberg in die Böhringer Ortsdurchfahrt (Dietingen – Harthausen) ein. Foto: Schmidt

Dietingen-Böhringen - Die Querungshilfen in Böhringen müssen warten. Allein einer Ampelanlage oder einer 30er-Zone wird zugetraut, die "gefährlichen Situationen" zu beruhigen.

In Böhringen liegen die Nerven blank. Zu groß ist die Sorge um die Verkehrsteilnehmer, insbesondere um die Fußgänger und Schulkinder. Bürgermeister Frank Scholz nahm den Tagesordnungspunkt auf, aber schon in der Bürgerfragestunde nutzten die Bürger eine gute Dreiviertelstunde die Möglichkeit, die für sie untragbare Situation zu schildern.

Die Verkehrsbelastung durch den Ort ist schon lange ein Thema in Böhringen. Weniger wegen des Berufsverkehrs als wegen des Schwerlastverkehrs der ansässigen Gewerbebetriebe, informierte Scholz. Seit langem werde daher nach einer Möglichkeit gesucht, den Verkehr auszubremsen. In der Vergangenheit veranstaltete die Gemeinde vier Verkehrsschauen. Seit April rolle nun auch noch der Schwerlastverkehr von Stuttgart 21 auf den Hummelberg.

Der Hummelberg weise ein Gefälle von zwölf Prozent auf, berichtete Martin Hässler in der Bürgerfragestunde. Ein Gefälle, das den Fahrern nach Hässlers Beobachtungen nicht wirklich bewusst zu sein scheint. Ungebremst, ohne zurückzuschalten würde den Berg hinunter in den Ort gerast. Unten angekommen, sei es den Fahrern fast nicht mehr möglich, ihr Gefährt zum Stehen zu bringen.

Ebenso erschreckend sei die Fahrt nach oben. Schon im Ort würden die Laster Fahrt aufnehmen, um dann viel zu schnell den Hummelberg "hin­auf donnern" zu können. "Muss denn erst etwas passieren, bevor gehandelt wird?", fragte Hässler. Genauso Gremiumsmitglieder. Viel zu lange werde schon zugeschaut, dabei müsse unbedingt etwas unternommen werden. "Jetzt sofort."

Ebenso denkt der Schultes. Laut einer Verkehrszählung, die von der Gemeinde durchgeführt wurde, bewegen sich morgens zwischen 6 und 7.30 Uhr mehr als 100 Schwerlaster auf den Berg hoch und runter. Über den Tag verteilt stündlich zwischen 40 und 60. Er könne die Ängste der Bürger, insbesondere die der direkten Anlieger, "sehr gut nachvollziehen".

Beispiel Ratshausen

Da die Einrichtung einer Tempo-30-Zone vom Kreis abgelehnt wurde, könnte mit einer Querungshilfe eine rasche Abhilfe geschaffen werden, zeigte er sich sicher. Scholz sieht die möglichen Standorte beim "Alten Fischinger", bei der Bushaltestelle und beim Gasthaus Schwanen. Mit den 50.000 Euro, die dafür bereits in den Haushalt aufgenommen wurden, könnte eine fest installierte Querungshilfe errichtet werden. Oder zwei günstige Varianten, die ebenso gute Dienste leisten würden. "Dadurch hätten wir schnell etwas Greifbares."

Doch Bürger wie Ortschaftsräte schüttelten den Kopf. Eine Querungshilfe wäre nicht dazu geeignet, den Verkehr auszubremsen, so ihre Beobachtungen. Hilfreich sei eine eindeutige Beschilderung und eine 30er-Zone, waren sich alle einig. Warum die Kreisbehörde dies bislang ablehnte, konnte niemand nachvollziehen.

In viel kleineren Orten wurden 30er-Zonen eingerichtet, sagten sie. "Warum diese unterschiedliche Handlungsweise?" Zur Klärung der Vorgänge will Scholz noch vor der kommenden Ortschaftsratssitzung erneut eine Verkehrsschau veranstalten und die Bürger dazu einladen. Und er versprach, in den Bemühungen um eine 30er-Zone nicht nachzulassen und mit der Vorlegung eines Schülerwegplans die Behörde zur Einsicht zu bewegen.

Zudem griff er den Vorschlag eines Bürgers auf, eventuell eine Ampelanlage einzurichten. In Ratshausen hätte die Kreisbehörde ähnlich wie in Böhringen beruhigende Maßnahmen abgelehnt, aber die Einrichtung einer Ampelanlage genehmigt, berichtete der Bürger. Scholz will nun den Kontakt nach Ratshausen suchen. Allerdings ist die Querungshilfe nicht gänzlich vom Tisch.

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