Dietingen-Irslingen (apf). Um Leib und Leben müssen sich die zwei Rosskastanien am Höhkreuz oberhalb von Irslingen erst einmal keine Sorgen machen. Der Ortschaftsrat lehnt das Fällen der 140 Jahre alten Bäume ab, auch auf eine radikale Kroneneinkürzung wird verzichtet.

Dafür wollen sich Fachleute aus dem Ort dem markanten Ensemble behutsam nähern und den einen großen Ast, der über dem Weg hängt, absägen und das Totholz entfernen. Außerdem sollen junge Bäume in unmittelbarer Nähe gepflanzt werden, um den Übergang zu erleichtern, falls in einigen Jahren von den Altvorderen doch noch Abschied ge- nommen werden muss.

Anlass für die Aufregung ist das Gutachten eines Sachverständigen aus Dietingen, der der größeren Rosskastanie Kronendefekte attestiert und sie als nicht mehr verkehrssicher einstuft. Der kleinere Baum wurde bei einem Sommergewitter beschädigt. Mitglieder des Ortschaftsrats und eines Arbeitskreises, der sich über die Natur in und um Irslingen Gedanken macht, haben bereits bei einem Ortstermin am Sonntag das Fällen oder eine radikale Kur abgelehnt (wir haben berichtet).

Während der Sitzung machen sich Ortschaftsräte für den Erhalt der Bäume stark, mit denen zum Teil Kindheitserinnerungen verbunden sind (wie das Holen von Kastanien). Es wird auch angemerkt, dass man den gesunden Menschenverstand der Irslinger durchaus berücksichtigen dürfe, die sich bei Gewitter gewiss nicht unter diesen Bäumen aufhalten, dass also die Sitzbank wieder komplettiert werden könne.

Bürgermeister Frank Scholz spricht seinerseits die zwei Seiten der Medaille an (Verkehrssicherheit sowie Erhalt der Bäume) und bewertet das Vorhaben der Irslinger als eine "schöne Lösung". Und Ortsvorsteher Klaus Häsler erfährt auf Nachfrage, dass die Gemeinde keine dezidierte Standsicherheitsprüfung der Feldkreuze vornehme, dass Sichtkontrollen erfolgen.