Von Angela Baum Dietingen-Böhringen. Alle drei Kapellen, die beim Weihnachtskonzert des Musikvereins "Harmonie" Böhringen aufspielten, entführten die Zuhörer in verschiedene Welten.Zum Auftakt des Konzerts, das die Jugendkapelle unter Leitung von Sarah Walter eröffnete, wurde ins Mittelalter eingetaucht. Vom Mittelalter ging es direkt in den Urwald, zu Tarzan und Jane. Die Jugendkapelle agierte beschwingt und rockig bei der Interpretation der schönsten Melodien dieses Musicals.

Von Markus Götz stammt die Pop-Ballade "Never Forget Your Friends". Freundschaft sei wie Musik, meinte Moderatorin Marie-Theres Engeser, im Gesamten ergebe sie immer einen guten Song. Einfühlsam spielten die Jugendlichen die Ballade, bei der das Saxophonregister stimmungsvolle Akzente setzte. Als Zugabe gab es für die Zuhörer flotte weihnachtliche Rhythmen mit "Mary’s Boy Chield".

Bevor danach die aktive Kapelle des Musikvereins Böhringen die Gäste auf Weihnachten einstimmte, bot der Musikverein Horgen Blasmusik auf höchstem Niveau. Zwischen den beiden Musikvereinen Böhringen und Horgen bestehe schon seit Jahren eine intensive Freundschaft, erklärte Vorsitzender Marc Herter.

Zunächst spielten die Musiker eine Horgener Hymne, die Martin Heinrichs anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Musikvereins komponiert hatte. Das Stück erzählt von einem Wanderer, der ins Eschachtal zum Frühschoppen kommt. Der fröhliche Pfiff des Wanderers wird dabei durch alle Register gereicht und zunächst von den Flöten interpretiert.

Anschließend ging die Zeitreise zurück ins Russland des Zweiten Weltkriegs. Damals ging der "Waltz No. 2" von Dmitri Schostakowitsch verloren, aber er tauchte wieder auf – zum Glück für all jene, die sich von der verträumten Melodie ansprechen lassen. Hier brillierten als Solisten Susanne Burg und Christoph Burkhardt. Harold L. Walters verwob 30 Melodien zu seinem "Instant Concert". Der Komponist lässt die Melodien überlagern und beweist ein geschicktes Händchen bei der Mischung aus Dramatik, Melancholie und Rock.

Ruhige Passagen von "La Storia" entführten die Zuhörer in die Welt der Träume, doch spätestens als das Tempo anzog und die Trompeten das Tempo antrieben und Dramatik ins Spiel brachten, wachte man jäh wieder auf. Mit dem Marsch "Mein Regiment" verabschiedete sich die Kapelle des Musikvereins Horgen.

Als Titelmelodie zu einem Science-Fiction-Film hätte die "Universal Fanfare" durchgehen können, die die aktive Kapelle als Einleitung gewählt hatte. Pauken und Trompeten eröffneten das Stück, Hörner und Bariton glänzten ebenso.

Aus der Feder des Komponisten Franz von Suppé stammte die Ouvertüre "Dichter und Bauer", die ein Welterfolg wurde. Gespendet wurde das Stück von Ehrenvorstand Willibald Häsler. Am Beginn steht ein weiches Trompetenthema, das hohe Blech brillierte, glitzerte und funkelte, während das tiefe Blech den Rhythmus voranpeitschte. Die Ouvertüre erwies sich letztendlich als waghalsiger Parforceritt der In­strumente, den diese bravourös meisterten.

"Flight" von Mario Bürki erzählt die Geschichte eines Fluges über die Schweiz, man erlebt beim Zuhören den Start der Maschine, den Flug durch Gewitterwolken und schließlich das vom Regen erfrischte Land, das eine ruhige Melodie beschreibt. Von Günter Ruff, einem Komponisten aus dem Zollernalbkreis, stammt das Musical "Jupiter Taranis". Es spielt in der Zeit der Römer und erzählt das Schicksal zweier Liebender. Mit dem Marsch "Im Glanz der Sterne" endete das vielseitige Konzert in der Schlichemtalhalle.