Dietingen-Böhringen (apf). Für Willibald Häsler ist heute ein besonderer Tag. Der Mann, der Böhringen über Jahrzehnte auf seine leise, aber bestimmte Art geprägt hat, feiert am 24. November seinen 80. Geburtstag.

Am augenfälligsten zeigte sich seine Lebensleistung, als er im September 2000 das Bundesverdienstkreuz überreicht bekam. Überreich wurde das Füllhorn über den bescheidenen Bürger ausgeschüttet, als sein Engagement, sei es politisch, sei es ehrenamtlich, aufgezählt wurde.

22 Jahre als Ortsvorsteher (1978 bis 1999) stehen oben auf dieser imaginären Liste. 31 Jahre im Gemeinderat (1968 bis 1999) und 24 Jahre im Ortschaftsrat (1975 bis 1999) folgen. Vor allem die Jahre der Gemeindereform und das Gestalten im Anschluss, als Böhringen seine Selbständigkeit verloren hatte und in der Großgemeinde Dietingen seinen Platz finden musste, waren eine besondere Herausforderung. Mit Dietingens Bürgermeister Hubert Burkard wurde manches Problem gemeistert, mal im Zusammenspiel, mal als ruhiger, aber hartnäckiger Vertreter Böhringer Interessen. Fachkenntnis und Weitblick halfen ungemein.

Willibald Häsler setzte Akzente mit seiner stoischen Art und Weise. Er ging mit gutem Beispiel voran, durch eigene Tat, auch im Stillen. Wenn es der Sache diente. Da soll es sogar auch einst vorgekommen sein, so spricht die Fama, dass eine Wette abgeschlossen wurde, um dem Kindergarten etwa Gutes zu tun. Nachts, nach einer langen Ratssitzung. In der kalten Jahreszeit. Werde der Gemeindeziegenbock ins Wirtszimmer gebracht, dann rolle der Rubel. Gesagt, getan. Das Tier wurde geholt, das Geld gezahlt, nur der Gestank, der blieb – noch lange Zeit.

Willibald Häsler ist ein Mann des Ehrenamtes. Seine große Liebe gehört sicher der Musik, der "Harmonie" Böhringen. Als aktiver Bläser von 1946 bis 1995 und als Vorsitzender von 1967 bis 1995 über Gebühr engagiert. Doch auch TSV Böhringen, Fischerverein und Narrenzunft liegen ihm am Herzen. Und dem Gesangverein ist er als passives Mitglied verbunden.

Noch endet die Aufzählung des ehrenamtlichen Engagements nicht. Kirchengemeinderat, Schöffe beim Amtsgericht, Personalrat bei der Bundespost, Vorsitzender der Postgewerkschaft, Vertrauens- mann der Schwerbehinderten und ehrenamtlicher Altenbetreuer gehörten zu Häslers aktivem Leben, teilweise jahrzehntelang, dazu. Dennoch: Bescheidenheit und Demut wurde und wird ihm immer wieder attestiert. In den modernen Zeiten mit verbalem Getöse und dem Verbreiten von heißer Luft hätte er es in Beruf und Ehrenamt schwerer gehabt. Rückhalt, Stütze und Ergänzung ist ihm all die Jahre seine Frau Anna.