Dietingen-Irslingen - Seit der 42. Generalversammlung am Samstag ist die Irslinger Narrenzunft ohne Vereinsführung. Vorsitzender Markus Deutschle und sein Stellvertreter Stefan Schatz stellten sich nicht mehr zur Wahl. Ein Ersatz konnte nicht gefunden werden.

Nun ist doch eingetreten, was viele Insider im Vorfeld befürchtet hatten. Deutschle und auch Schatz wollten so, wie bisher, nicht mehr weiter machen.

Das gesamte abgelaufene Jahr sorgte die fehlende Besetzung von Ausschussposten immer wieder für Gesprächsstoff bei den Sitzungen. Die ständige Unterbesetzung habe dazu geführt, dass bei den sehr erfolgreich durchgeführte Veranstaltungen wie Narrentreffen, Fasnetstreiben und dem Innenausbau der Zunftstube samt Sanierung des Vorplatzes die Funktionäre über die Maßen strapaziert worden seien. In der Versammlung wurde davon gesprochen, dass Schatz, der auch kommissarisch das Amt des Schriftführers bekleidet, i 17 Tage seines Jahres-Urlaubes für die Narrenzunft und den Sportverein geopfert habe. "Das macht hier im Raum sonst keiner", würdigte Ortsvorsteher Klaus Häsler das herausragende Engagement. Bei Deutschle sieht es nicht viel anders aus. Dazu kommt eine offenbar vergiftete Atmosphäre. Zwei Tage vor der Generalversammlung habe er zusätzlich zu früheren Anfeindungen einen anonymen Brief bekommen, den er in der Versammlung verlas. "Da will mir jemand etwas mitteilen, hat aber nicht den Mumm, es mir ins Gesicht zu sagen", führte Markus Deutschle aus. Dieser Affront habe bei ihm die endgültige Entscheidung bewirkt, nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen.

Auch schöne Worte von Bürgermeister Frank Scholz und dem Ortsvorsteher sowie aufmunternde Worte von Mitgliedern sowie von anderen Vereinen konnten am abrupten Abgang nichts mehr ändern. Zwar konnten mit Tatjana Reinauer und Katrin Bihler neben dem wiedergewählten Thilo Bihler zwei Ausschussposten spontan besetzt werden, doch die Leitung des Vereins wollte keiner übernehmen. Auch Kassier Reinhard Kempter, der einen positiven Jahresabschluss vermeldete und sich ursprünglich zur Wiederwahl bereit erklärt hatte, erbat sich Bedenkzeit bis zur außerordentlichen Generalversammlung, die nun innerhalb von vier Wochen durchzuführen ist.

Falls sich bis dorthin keine Vereinsspitze finden lässt, droht die Auflösung des Vereins. "Soweit dürfen wir es nicht kommen lassen", reklamierte der Bürgermeister: "Die Narrenzunft mit ihren 186 Mitgliedern hat Substanz und eine tolle Tradition. Aber sie ist jetzt an einem Scheideweg. Sie ist es wert, erhalten zu werden." Das ist meine Bitte an Sie.“

Wenn es tatsächlich so ist, wie von Stefan Schatz wütend in den Raum geworfen, dass bereits andere begehrlich auf das frisch gerichtete Zunfthäusle der Narrenzunft schielen, dann ist es jetzt höchste Zeit für die Mitglieder, eine neue Vereinsführung zu suchen. – Auch um das Geschaffene für den ursprünglichen Zweck zu bewahren.