Deutschland Mediator soll Streit um die Macht bei Tönnies schlichten

Von
Im Machtpoker um Deutschlands größten Fleischbetrieb wird wieder vor dem Landgericht Bielefeld gestritten. Außergerichtlich stocken die Verhandlungen seit Wochen. Die zerstrittenen Metzger finden nicht zueinander. Foto: Maja Hitij/Archiv Foto: dpa

Bielefeld - Ein Mediator soll den Streit um die Macht bei Deutschlands größtem Fleischbetrieb Tönnies schlichten.

Vor dem Landgericht Bielefeld einigten sich am Montag die beiden Gesellschafter Clemens Tönnies (59) und sein Neffe Robert Tönnies (37) auf den Einsatz eines neutralen Vermittlers. Clemens und Robert Tönnies halten jeweils 50 Prozent an dem Unternehmen.

Seit Jahren gibt es in der Familie Auseinandersetzungen um die Ausrichtung und Führung des Unternehmens. Das Landgericht wird jetzt gemeinsam mit den Streitparteien die Regeln für ein Mediations-Verfahren festlegen und auch die Suche nach einem Kandidaten für diese Aufgabe begleiten. Beide Seiten erklärten sich damit einverstanden.

Zuletzt waren Versuche für eine außergerichtliche Einigung mehrmals kurz vor dem Ziel gescheitert. Hintergrund des Streits ist das Verlangen von Robert Tönnies, eine frühere Schenkung von Firmenanteilen an seinen Onkel Clemens wieder rückgängig zu machen. Dadurch würde Robert eine Mehrheit an dem Unternehmen erlangen.

Der Vorsitzende Richter Jörg Schröder hatte bereits zu Beginn einer weiteren mündlichen Verhandlung am Montag bei den Streitparteien die Chancen auf eine Einigung ausgelotet. Als beide Seiten Bereitschaft signalisierten, schlug das Gericht ein Mediationsverfahren vor.

In einem ersten Schritt sollen die Anwälte mit Hilfe des Gerichts die Regeln für das Verfahren abstimmen und sich dann auf einen Kandidaten einigen. Allerdings war im Herbst 2015 und erneut Anfang 2016 eine Einigung mit Hilfe eines neutralen Notars in Hamburg kurz vor den Unterschriften noch gescheitert. Beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld daran.

Den Einsatz eines Mediators hatte Clemens Tönnies bereits in den vergangenen Wochen vorgeschlagen. Er hatte die Namen des ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement sowie Ex-Bundespräsident Roman Herzog (CDU) ins Spiel gebracht.

Mehr in Ihrem Schwarzwälder Boten
Artikel bewerten
0
loading

schwarzwaelder-bote.de schickt Sie auf Reisen Zum Gewinnspiel

  
Prozesse
  
Unternehmen
  
Fleisch
  
Deutschland
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
loading