Deutschland Messerstecherin war schon als Kind in Salafisten-Szene

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Am Nordwestausgang des Hannoveraner Hauptbahnhofs war der Polizist mit einem Messer schwer verletzt worden. Foto: Holger Hollemann Foto: dpa

Hannover - Die 15-Jährige, die einen Polizisten am Hauptbahnhof Hannover niedergestochen hat, war schon als Kind in der Salafisten-Szene bekannt. Zahlreiche Videos auf der Online-Plattform YouTube zeigen das Mädchen im Grundschulalter an der Seite des Salafisten-Predigers Pierre Vogel

Das Kind beantwortet Fragen und liest aus dem Koran. "Die Bilder zeigen offensichtlich unsere Tatverdächtige. Sie wird mit sieben Jahren aber nicht allein dahin gegangen sein", sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Die Ermittler prüfen, ob der Mordversuch an dem 34-jährigen Beamten vor einer Woche einen islamistischen Hintergrund hatte.

Die Deutsch-Marokkanerin besuchte nach Medienberichten bis zu ihrer Festnahme ein Gymnasium in Hannover. Jetzt sitzt sie in Untersuchungshaft. Sie war vor der Tat nach Istanbul geflogen und hat sich eine knappe Woche in der Türkei aufgehalten. Die Ermittler prüfen, ob sie sich während dieser Reise auch an der syrischen Grenze aufhielt. Nach Medienberichten soll die Jugendliche von ihrer Mutter aus Furcht vor einer Radikalisierung zurückgeholt worden sein.

Die Schülerin hatte dem Bundespolizisten unvermittelt ein Messer in den Hals gestoßen, als er sie kontrollieren wollte. Ein Kollege des Opfers konnte die 15-Jährige überwältigen. Der bei der Attacke schwer verletzte Beamte konnte das Krankenhaus nach Angaben der Polizei inzwischen wieder verlassen. Bei ihrer Vernehmung habe die 15-Jährige zu ihren Beweggründen gesagt, sie habe sich über die Ausweiskontrolle geärgert.

Die salafistische Szene in Deutschland ist nach Angaben des Verfassungsschutzes ein wichtiges Rekrutierungsfeld für den Dschihad. In Niedersachsen schätzt die Behörde die Zahl der Salafisten auf 520 mit steigender Tendenz, die meisten seien aber nicht gewaltbereit.

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