Deißlingen zweckverband keckquellen

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Foto: Weihrauch Foto: Schwarzwälder-Bote

Auch der Frischwasserbezug aus den Deißlinger Keckquellen wird teurer. Erhöhte Qualitätskontrollen sind der hauptsächliche Grund. Dennoch bleibt dieses Trinkwasser immer noch unerreicht günstig.

Deißlingen (shr). Ulrich Köngeter, Geschäftsführer des Zweckverbands Keckquellen, stellte am Dienstag den Wirtschaftsplan für 2017 vor. Vor allem der mikrobiologischen Beschaffenheit der Rohwässer gelte verstärkt das Augenmerk. Die Neuregelung der Trinkwasserverordnung erfordert einen höheren Kontrollaufwand. Allein hierfür müsse der Verband 37 000 Euro in die Hand nehmen, erklärte Köngeter. Die Investitionskosten haben es ohnehin in sich. Ein Hang bei den Keckquellen im Neckartäle muss aufwendig gesichert werden. Das hätte eigentlich schon in diesem Jahr passieren sollen, aber das Landratsamt als Aufsichtsbehörde verlangte dafür ein wasserrechtliches Verfahren. Nun dauert die Sache nicht nur wesentlich länger, die Kosten steigen auch von geplanten 35 000 auf 84 000 Euro. Der Zaun, den man dieses Jahr anbringen wollte, muss warten. Zudem verlangen die Behörden, dass an der Außentreppe eine Sicherung angebracht wird, Kosten: 12 000 Euro. Günstiger geworden sind dafür erstmals die Stromkosten, da der Bezugspreis an den Börsen gesunken ist: Um sechs Prozent werden sie gegenüber 2016 sinken.

Insgesamt sind die Abgabemengen weiter zurückgegangen. Als hauptsächliche Ursache wird ein Defekt in der Saugleitung des Zweckverbands Baar-Wasserversorgung genannt. Der konnte dadurch bis Juni kein Wasser aus den Keckquellen abnehmen.

Für dieses Jahr rechnet man allerdings wieder mit der vollen Abnahmemenge von 300 000 Kubikmetern. Gerechnet wird für 2017 mit einer Gesamtabgabemenge von 926 400 Kubikmetern, davon gehen 6,9 Prozent an Deißlingen, 32,4 Prozent an Trossingen und 60,7 Prozent an Villingen-Schwenningen. Die Kosten, so Köngeter steigen insgesamt um 24,6 Prozent, für die Stadtwerke VS bedeutet das einen Anstieg von 27,77 Cent pro Kubikmeter auf 34,57 Cent, für Trossingen von 27,68 auf 34,9 und für Deißlingen von 31,94 auf 37,6 Cent. Dennoch bleibe das Wasser der Keckquellen "sensationell günstig", so Köngeter.

Diese Preise beziehen sich aber zunächst einmal nicht auf die Endkunden, es sind reine Abgabepreise. So habe Villingen-Schwenningen bereits beschlossen, die erhöhten Kosten nicht auf die Haushalte umzulegen. "Wir wollen die Wasserpreise über mehrere Jahre stabil halten", so Köngeter, das sei die Philosophie der Stadtwerke VS, deren Geschäftsführer er ebenfalls ist.

In Deißlingen werden die Preise für die Endverbraucher hingegen steigen, das liegt aber nicht in erster Linie am Keckquellenwasser, sondern an Kalkulationen beim den Ortsteil Lauffen versorgenden Zweckverband Oberer Neckar, aus dem Deißlingen gern aussteigen wollte, es aufgrund wasserrechtlicher Bestimmungen und historischer Strukturen nicht durfte. Wie berichtet, dürfte man sich beim Oberer-Neckar-Verband aufgrund eines großen Investitionsstaus erst einmal auf einen Wasserpreis in der Größenordnung von zwei Euro je Kubikmeter verständigen. Für die Bürger der Gesamtgemeinde Deißlingen steht künftig ein gemeinsamer Wasserpreis von etwa 1,60 Euro im Raum. Eine "Hausnummer", die in vielen Kommunen des Landes weit höher liegt.

Die Keckquellen verfügten noch über jede Menge ungenutztes Potenzial, sagt Köngeter auch. Die hohe Wasserhärte aus dem Schwarzwald-Gestein wird durch die Zumischung von Bodenseewasser ausgeglichen.

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