Deißlingen Zum Priester geweiht

Schwarzwälder-Bote, 09.07.2012 20:03 Uhr

Von Marc Herwig Deißlingen-Lauffen/Rottenburg. Eigentlich wollte Kilian Krug aus Lauffen einfach nur Priester werden. Doch dann hat er der katholischen Kirche eines ihrer größten Probleme vor Augen geführt: den Priestermangel. Als einziger in ganz Württemberg ist er zum Priester geweiht worden.

Das Bild hat Symbolkraft: Ganz alleine steht Kilian Krug, der in Lauffen aufgewachsen ist, am Samstag vor dem Altar im Dom von Rottenburg. Es ist die feierliche Messe, in der die Diözese Rottenburg-Stuttgart in diesem Jahr ihre neuen Priester weiht. Doch Krug ist der einzige, der dasteht, schließlich niederkniet und von Bischof Gebhard Fürst zum Priester geweiht wird.

Das gab es noch nie in der württembergischen Diözese, die immerhin die viertgrößte unter den 27 deutschen Bistümern ist. Und so ist der 32-jährige Krug wider Willen zu einem Symbol für den Priestermangel in der katholischen Kirche geworden. Auch Kilian Krug hatte eigentlich ein ganz anderes Leben vor Augen. Als Student war er fast bei jeder Party dabei und hatte mit seiner Freundin sogar schon Hochzeitspläne geschmiedet. Doch im Laufe des Theologie-Studiums entwickelte sich alles anders. "Da habe ich dann gemerkt, dass mich dieser Anruf Gottes immer wieder getroffen hat. Und einfach, weil ich Gott vertrauen wollte, habe ich gesagt: Ich mach's", erzählte er einmal.

Alle Pläne für die Zukunft, alle Gedanken an Hochzeit und Kinder waren plötzlich zerschlagen. Als er seinen Entschluss bei einer Studentenfeier verkündete, habe minutenlang betretenes Schweigen geherrscht.

Kilian Krug weiß von einigen Kommilitonen im Theologie-Studium, dass das Zölibat sie vom Priesteramt abgehalten hat. Dabei würde er es selbst nie infrage stellen. Als Priester Jesus nachzufolgen und für die eigene Familie zu sorgen, das schließe sich aus.

 
 
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