
Von Larissa Schütz Deißlingen/Niedereschach. Die Werkrealschule Deißlingen/Niedereschach will sich mit guten Angeboten dem Wettbewerb stellen. Dabei wird auch zum Thema Gemeinschaftsschule offensiv nachgedacht. Die Gemeinschaftsschule entwickelt sich. 34 Starterschulen bereiten sich in Baden-Württemberg mit Blick auf das neue Schuljahr vor, und auch viele andere sehen die Zukunft ihrer Bildungseinrichtung in einer Gemeinschaftsschule aufgehen. Dies betrifft vor allem den Schulzweig der Haupt- und Werkrealschulen, deren Schülerzahlen seit Jahren teilweise stark rückläufig sind.
Viele Gemeinden greifen derzeit auf Kooperationen mit Nachbarorten zurück, um die geforderte Anzahl von 16 Schülern für eine Werkrealschule zu erreichen.
Für Deißlingen, dessen Haupt- beziehungsweise Werkrealschülerzahl von über 200 vor fünf Jahren auf unter 100 gesunken ist, hat sich die Zusammenarbeit mit Niedereschach als sehr funktionstüchtig erwiesen; die Schule wurde sowohl von der Robert-Bosch-Stiftung als auch der IHK für ihr Konzept ausgezeichnet. Das Programm "Berufsinitiative" erlaubt den Schülern längere Praktika, denen die Förderung fürs Berufsleben zugrunde liegt. Schulleiter Peter Singer rechnet mit etwa 16 Schülern, die im Schuljahr 2012/13 den mittleren Bildungsabschluss ablegen können. "Wir wollen die Schüler so gut wie möglich begleiten und aufs Arbeitsleben vorbereiten", erklärt der Rektor.
Auch die Konkurrenzsituation mit den Berufsschulen und "deren gutem Angebot" bedauert er, schließlich sehe man sich bei der Beratung der Schüler und Eltern plötzlich in einem Interessenkonflikt: "die bestmögliche Empfehlung für einen Schüler kann bedeuten, diesen für die eigene zehnte Klasse zu verlieren", räumt er offen ein.
Singer sieht die Gemeinschaftsschule als Zukunftsprojekt an, an dem man nicht vorbeikomme. Die Alternativen seien entweder Gemeinschaftsschule oder ein ländlichen Raum ohne weiterführende Bildungseinrichtungen.
Demnächst sind Gespräche mit Eltern geplant, aus denen sich ein Bild über die Einstellung zu einer Gemeinschaftsschule ergeben soll. Eine Deißlinger/Niedereschacher Gemeinschaftsschule würde allerdings nur die erste Sekundarstufe enthalten, aber keine gymnasiale Oberstufe.