Deißlingen Mit Urnengräberfeld im Staudenbett
Schwarzwälder-Bote, 13.06.2012 20:08 UhrDeißlingen (wis). Der Friedhof als Stätte, an dem in besonders ansprechendem Rahmen verweilt werden kann: Bereits 2013 soll es für dieses Ziel auf dem Deißlinger Areal für die letzte Ruhe markante Veränderungen geben.Das Thema Friedhof ist schon länger auf der Agenda der beiden Ortschaften Deißlingen und Lauffen. Der Gartenbauer Planstatt Senner hat jetzt mit einem Vorentwurf den Gefallen von Gemeinderat und Verwaltung gefunden.
Dabei könnte entlang des freiwerdenden Areals vor der Aussegnungshalle ein Urnengräberfeld, eingebettet in eine Staudenbepflanzung, entstehen. Stelen würden als Grabsteine fungieren. Eine Pergola mit Sitzgelegenheiten und Bäumen würden zum Verweilen einladen, so die Lösungsidee des Büros aus Überlingen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Deißlinger und Lauffener sind sich bewusst, dass sie über Friedhöfe verfügen, die sich nicht nur wegen ihrer reizvollen Standorte bisher schon als einladende Stätten präsentieren. Dass sich hinsichtlich der Infrastruktur und der Erweiterung des Begräbnisangebots noch einiges verbessern lässt, scheint aber auch allen klar zu sein. So will man in Deißlingen im kommenden Jahr geschätzte 165 000 Euro in die Hand nehmen, um eine besonders ansprechende Friedhof-Atmosphäre zu entwickeln. Der Deißlinger Bauauschuss gab Johannes Senner am Dienstag im Rahmen eines Ortstermins grünes Licht für den Einstieg in die Detailplanung. Im Herbst soll diese dann spruchreif gemacht werden, um die Arbeiten (mit Entfernung des mit viel Unkraut übersäten Erdwalls südlich der Aussegnungshalle) im Winter (Senner: Ausschreibung fällt dann erfahrungsgemäß 30 Prozent günstiger aus) zu vergeben.
Um der gesamten Bevölkerung einen genauen Blick auf das Vorhaben zu gewähren, will Senner in einigen Monaten die Ideen zur Gestaltung des Urnengräberfeldes in einer kleinen Modellanlage vor Ort in Szene setzen lassen. Zudem soll geprüft werden, inwieweit sich auch Erdgräber in einem solchen Staudenbett, das zusätzlich mit einer Wechselpflanzung (Senner: aber eher dosiert) garniert werden könnte, Eingang finden könnten.
Wie Bürgermeister Ralf Ulbrich betont, wird ein Urnengrab im Staudenbett auf den ersten Blick teurer sein, als eine herkömmliche Ruhestätte. Dies deshalb, weil sich nach dem Erwerb durch die von der Gemeinde arrangierte gemeinschaftliche Bewirtschaftung des Gräberfeldes Unterhaltungs- und Pflegekosten für Grabbesitzer erübrigen. Der Bedarf für solche pflegeleichten Grabstätten werde immer größer.
Ebenso wird darauf verwiesen, dass neben den neuen Gestaltungsideen die traditionelle Grabstätte ihren Stellenwert beibehält. Im neueren Teil des Friedhofs sei dafür genug Platz vorhanden. Für diesen Bereich gibt es noch die Idee, die langen Wege durch Querriegel zu unterbrechen, um auch dort einen offeneren Raum zu schaffen.
Nach dem Auftakt im kommenden Jahr könnte es noch drei weitere kleinere Bauabschnitte geben. Das Ideenspektrum geht von der Treppenneugestaltung am nördlichen Hauptzugang bis zu schattenspendenden Maßnahmen beim Parkplatz im südlichen Bereich.
Wie berichtet, ist der Friedhof in Lauffen hinsichtlich des Anlegens von Baumgräbern im Gespräch. Der Vorstellung, dies könne an den Bäumen entlang des oberen Friedhofswegs geschehen, hat Senner inzwischen eine Absage erteilt. Das würde die Existenz der Bäume gefährden, sagt er klipp und klar. So wird nun verstärkt auf einen möglichen Begräbnis-Raum im Staatswald oberhalb des Friedhofs geschielt. Für diese Option müssen aber zunächst Gespräche mit dem Forst geführt werden.


