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Deißlingen - Viel Musik, Tanz, Gesang, Sketch und jede Menge Spaß: So lässt sich der Fasnetsball des Deißlinger Musikvereins umschreiben. Kurz: Ein gelungener Auftakt ins Jubiläumsjahr.Die Turn- und Festhalle der Aubertschule wurde von den Musikern in einen "Kulturtempel" umfunktioniert. Da durfte ein Intendant nicht fehlen. Mit "Beat Räppel", einem Schweizer aus Basel, ein waschechter "Basler" also, konnte der richtige Mann für diesen Job gefunden werden. Im schönsten Schwyzerdütsch brachte er als Conférencier das Publikum zum Lachen.
Natürlich hatte "Räppel" schon Ideen zur Umgestaltung der Einrichtung. So könne man im Lehrschwimmbecken das Chlorwasser rausnehmen und Neckarwasser einfüllen, um Forellen zu züchten. Der Angelverein könnte ein Preisangeln veranstalten.
Mit einer Ouvertüre zum Narrenmarsch ging es los. Eine lustige Probenarbeit, die die Gäste in der ausverkauften Festhalle mit viel Beifall belohnten. Natürlich ließ es sich die Narrenzunft Deißlingen nicht nehmen, den Ball obligatorisch mit dem Einzug der Häge zu eröffnen.
Stimmung machten die Musiker zwischen den einzelnen Programmpunkten – doch nicht wie üblich auf der Bühne. Die Musiker mischten sich unter das Publikum. "Ramona Lachner" (alias Helmut Zepf) hatte zuvor ihren Auftritt. Auf dem Alphorn strapazierte das "gestandene Weib" die Lachmuskeln. Mit Volker Basler, Steffen Lohrmann, Helmut Zepf sowie Ingo Schmeh und Gregor Mauerlechner (als schwule Tänzer) wurde die Schnulze "Ramona" geträllert.
Auch ein Sketch wurde aufgeführt: "Der stumme Musiker", ein auf Alimente verklagter Musiker, der stumm war und sich nur musikalisch verständigen konnte. Auf die Frage des Richters (Manuel Traber), wie alt der Angeklagte sei, spielte der Musiker (Andre Ernst) "Mit 66 Jahren". Natürlich wurde er freigesprochen mit der Begründung, er habe schließlich für Musikernachwuchs gesorgt. Den Vollzugsbeamten mimte bei diesem Stück Pascal Maier.
Ein Höhepunkt war das speziell zu diesem Abend angereiste tschechische Gesangsduo "Nechod k’nam", in ihrer Tracht ein echter Hingucker. Helmut Zepf und Manfred Schmeh waren die Solistinnen. Ohne Zugabe durften die beiden nicht von der Bühne, die sich schließlich mit "Rosamunde" verabschiedeten.
Ein neuer Fasnet-Hit wurde anschließend präsentiert. Steffen Lohrmann, Andre Ernst und Manfred "Ledder" Schmeh präsentierten "Vom Bäre bis ins Dartcafe bin i groche", und alle im Saal sangen diesen Refrain mit. Dieses Lied könnte zum Dauerbrenner der Deißlinger Fasnet werden.
Dass die Musiker viele Talente haben, stellten sie mit einem flotten Tanz unter Beweis. Leicht umfunktioniert wurde "Die leichte Kavallerie" von Franz von Suppé in die "seichte Kavallerie". Spaß ohne Ende gab es dabei – und viel zu lachen. Andreas Lissy, Jürgen Traber, Frank Würthner, Bruno Stern, Manfred Schmeh und Norbert Hengstler brachten ihren Dirigenten, Florian Billerbeck schier zum Wahnsinn. Der "Freibier-Rap", eine "Bodypercussion", war der krönende Abschluss des offiziellen Programms.
Keine Ahnung hatte Volker Basler und das Publikum von dem Folgenden. Die Deißlinger Band "Intakt" spielte für Volker Basler den Song "Living Years", ein Ohrenschmaus, nicht nur für Basler, der an diesem Tag 40 Jahre alt wurde. Eine gelungene Überraschung. Basler: "Ich bin noch nie in ›Unterhosen‹ vor 400 Leuten gestanden." Sprach’s und wischte sich Tränen aus den Augen. Der beliebte Dirigent erhielt von seinen Musikern einen langersehnten Wunsch erfüllt: einen Fallschirmsprung. Auch Zunftmeister Armin Glunk überbrachte Glückwünsche und Geschenk, ebenso "Intakt".
Im Anschluss spielte die "Absperrband" zum Tanz auf. Bis in den frühen Morgen wurde gefeiert.