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Champions League Leverkusen nach 1:3 gegen Barcelona vor dem Aus

dpa, vom 15.02.2012 10:50 Uhr
Alexis Sanschez, Lionel Messi und Cesc Fabregas (v.l.) feiern den 3:1-Sieg in Leverkusen. Foto: dpa
Alexis Sanschez, Lionel Messi und Cesc Fabregas (v.l.) feiern den 3:1-Sieg in Leverkusen. Foto: dpa
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Leverkusen - Erst fehlte der Mut, dann das Glück und insgesamt die Klasse: Bayer Leverkusen steht gegen die Weltauswahl des FC Barcelona vor dem Aus in der Champions League. Der Fußball-Bundesligist verlor das Achtelfinal-Hinspiel am Dienstagabend nach einer enttäuschenden Leistung mit 1:3 (0:1) und muss am 7. März im Camp Nou auf ein Wunder hoffen.

Matchwinner mit zwei Toren war Alexis Sanchez

Matchwinner für den Titelverteidiger vor 29.412 Zuschauern in der ausverkauften BayArena war der Chilene Alexis Sanchez mit seinem Doppelschlag in der 41. und 55. Minute, Weltfußballer Lionel Messi setzte mit dem 400. Europapokal-Treffer des FC Barcelona den genialen Schlusspunkt (88.). Beim 1:1 von Michal Kadlec (52.) keimte bei der Mannschaft von Trainer Robin Dutt und den Fans zwar noch einmal Hoffnung auf, doch schließlich wurde die Steigerung der Werkself nach der Pause nicht belohnt.

„In der ersten Halbzeit hat uns der Mut gefehlt, da waren wir etwas zu ängstlich, in der zweiten Halbzeit sah das komplett anders aus. Da haben wir teilgenommen an dem Spiel“, bilanzierte Dutt und lobte den übermächtigen Kontrahenten. „Es ist ein enormer Laufaufwand nötig. Bis du überhaupt mal an den Ball kommst, da hat die gesamte Mannschaft schon einen Puls von 200.“

Gegen die massierte Abwehr des Bundesliga-Sechsten musste selbst eine Über-Mannschaft mit vier Weltmeistern im Team Geduld haben. Lionel Messi ließ erst in der 38. Minute zum ersten Mal vor dem Tor seine Klasse aufblitzen. Nach der Pause traf der Weltfußballer nach einem Super-Solo nur den Außenpfosten (72.). Ein Geniestreich des kleinen Argentiniers leitete die Führung ein: Mit dem Außenrist lupfte Messi die Kugel in den Lauf von Sanchez, der allein auf Bernd Leno zulief und Leverkusens Keeper clever tunnelte.

Beim 2:1 setzte sich Sanchez gegen Manuel Friedrich durch und umkurvte Leno noch. Dutt setzte besonderes Vertrauen in den ballsicheren Renato Augusto: Der Brasilianer, erstmals nach seinem Comeback in der Startelf, sollte im Mittelfeld Regie führen. Doch er hatte einen schweren Stand. Michael Ballack fehlte wegen einer Zerrung in der rechten Wade, gab seinen Kollegen im Stadion aber moralische Unterstützung und machte ihnen Hoffnung auf seine baldige Rückkehr. „Es ist nicht ganz so schlimm. Ich hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder dabei sein kann“, sagte der 98-malige Nationalspieler.

Leverkusen agierte über weite Strecken zu ängstlich

„Wir müssen versuchen, nicht ins offene Messer zu rennen und mit Nadelstichen zum Erfolg zu kommen“, hatte Zuschauer Ballack als Taktik empfohlen. Doch die Mannschaft hielt sich nicht daran, Bayer agierte gegen das spanische Starensemble wie eine mittelmäßige Bundesliga-Mannschaft. Die einzige nennenswerte Aktion vor der Pause durch Renato Augusto brachte nichts ein (33.); die große Chance zum 2:2-Ausgleich vergab der Brasilianer (56.).

„Das Einzige, was mir nicht gefällt, dass wir zuviel Respekt haben“, monierte Sportdirektor Rudi Völler in der Pause. „Vielleicht sollten wir jetzt etwas mutiger werden.“ Danach sah es zunächst sogar aus, belohnt wurde das Aufbäumen mit dem Ausgleich durch Kadlec, der nach einer Flanke des Kroaten Vedran Corluka per Kopf traf. Drei Minuten später war der Titelverteidiger wieder vorn, hatte aber in der 64. Minute großes Glück: Einen Schuss von Gonzalo Castro konnte Victor Valdes gerade noch an den Innenpfosten lenken, einen Kopfball von Stefan Kießling fing er weg (78.).

Bayer wurde mutiger, doch dem Gäste-Team von Erfolgstrainer Josep Guardiola war anzumerken, dass es nach der praktisch vergebenen Meisterschaft alles auf die Trumpfkarte „Königsklasse“ setzen muss. Und auf Offensive. So bot Guardiola mit Messi, Sanchez und Adriano gleich drei Sturmspitzen auf. Das Kurzpassspiel der Ballkünstler und die klare Feldüberlegenheit wirkten auf Dauer zermürbend. Und auch die Statistik sprach Bände: Barcelona hatte vor der Pause 78 Prozent Ballbesitz.

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