
Von Karlheinz Reichert
Calw/Sindelfingen. Zwischen 25 000 und 30 000 Euro im Jahr kann die Stiftung der Vereinigten Volksbank AG ausschütten. Das soll mehr werden. Deshalb hat die Bank das Stiftungskapital um 600 843,91 Euro auf 1,5 Millionen Euro erhöht.
"Auch in einem Zeitalter, in dem sonst nur noch Milliarden-Beträge die Runde machen, sind 600 000 Euro eine bemerkenswerte Summe", stellte dazu Wolfgang Klotz, der Vorstandsvorsitzende der Bank, fest. Das Geld stammt aus den Gewinnen der Bank. Klotz: "Das geht nur, weil wir die Sorgen der Branche nicht haben, was Ertragskraft, Eigenkapital oder gar die Existenz angeht."
Der Aufsichtsrat der Bank, der über Ausgaben von mehr als einer halben Million Euro zu entscheiden hat, habe der Zustiftung einstimmig begrüßt, so dessen Vorsitzender Wolfgang Traut. Dass das Stiftungskapital auf 1,5 Millionen Euro aufgestockt wurde, hat mit dem Jubiläum der Bank zu tun, die in diesem Jahr 150 Jahre alt wird.
Die Volksbank-Stiftung wurde 1988 von der damals noch selbstständigen Volksbank Sindelfingen ins Leben gerufen. Das Stiftungskapital betrug beim Start 250 000 D-Mark. Die Volksbank verspricht in ihrer Werbung, dass sie der Rückhalt der Region sein will. Die Zuwendung an die Stiftung versteht Wolfgang Klotz auch als Einlösung dieses Versprechens. Über die Stiftung hinaus unterstützt die Volksbank Vereine, Organisationen und Institutionen mit 200 000 bis 300 000 Euro jährlich. Bei der Volksbank wie auch bei der Unterstützung durch die Stiftung stehe die Hilfe zur Selbsthilfe im Vordergrund. Wolfgang Klotz: "Wir unterstützen gerne, wenn wir sehen, dass die Antragsteller auch selbst etwas einbringen."
Während die Volksbank bei der Vergabe ihrer Förderungen weitgehend frei ist, gibt es bei der Stiftung durch deren Satzung eine klare Zweckbestimmung. Gefördert werden können, so Stiftungsvorstand Ralph Weber, die Gesundheitspflege, Jugend- und Altenhilfe, Kultur, Natur- und Umweltschutz, Landschaftspflege, Wohlfahrtspflege, Völkerverständigung, Sport und Heimatkunde.
Das Kuratorium der Stiftung unter dem Vorsitz von Wolfgang Döttling (Maichingen) hat jährlich über etwa 50 Anträge zu entscheiden. Zwischen 30 und 40 davon würden positiv beschieden. Da man möglichst viele Zusagen machen wolle und außerdem die drei Regionen Böblingen/Sindelfingen, Calw/Weil der Stadt sowie der Schönbuch möglichst gleichmäßig bedacht werden sollen, gab es bisher im Einzelfall nicht mehr als 10 000 Euro.
Die nächste Kuratoriumssitzung ist für den 3. Mai vorgesehen. Förderanträge, so Ralph Weber, könnten bis zum 17. April gestellt werden. Das Formular dazu gibt es auf der Homepage der Bank.