
Calw. Am Donnerstag, 16. Februar, legt Martin Handel, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Kliniken Calw den Schwerpunkt des kostenfreien Vortragsabends im Rahmen der "Medizin-Verstehen-Reihe" auf die modernen Behandlungsverfahren bei Arthrose im Knie.
Immerhin knapp zwei Drittel der Menschen über 65 Jahre sind von solch einer mehr oder weniger ausgeprägten Arthrose, das heißt einem übermäßigen Verschleiß der Gelenke, betroffen. Es gibt jedoch auch junge Patienten, die bereits an Arthrose leiden. So kann zum Beispiel ein Knorpelschaden nach einem Unfall rasch in eine Arthrose übergehen, wenn er nicht adäquat behandelt wird.
Bei Frühformen der Erkrankung helfen oft die so genannten konservativen Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik, Injektionen oder Medikamente. Aber auch wenn Arthrose immer noch nicht heilbar ist, so hat sich doch in der medizinischen Entwicklung viel getan: Am Kniegelenk ist neben den konservativen Behandlungsmöglichkeiten beispielsweise die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) ein verbreitetes Verfahren, um bei beginnender Arthrose vorhandene Meniskusschäden zu beseitigen, welche oft den Großteil der Schmerzen verursachen.
Auch eine Knorpelneubildung kann in manchen Fällen bei der Gelenkspiegelung durch besondere Techniken angeregt werden. Dies geht ohne offene Operation durch kleine Minischnitte bei vielen Patienten auch ambulant. Bei Knorpelschäden und gesundem Umgebungsknorpel kann durch moderne Knorpelzelltherapie im Rahmen einer offenen Operation kaputter Knorpel ersetzt werden. Dies beugt der Ausbildung einer späteren Arthrose vor. Korrekturen der Gelenkachse des Kniegelenks können zudem durch entsprechende Entlastung vorgeschädigter Anteile des Kniegelenks das Fortschreiten einer Arthrose aufhalten und Beschwerden deutlich lindern.
Ist die Schädigung an Teilen des Kniegelenks bereits zu fortgeschritten, um das Gelenk vollständig zu erhalten, so erlauben neue Teilgelenksprothesen den Ersatz nur des Anteiles im Kniegelenk, welcher bereits zerstört ist. Anteile mit noch guten Knorpelverhältnissen sowie die Kreuzbänder können dabei erhalten bleiben. Dieses Verfahren ist schonender, die Gelenkfunktion ist besser und man kann mehr Knochen erhalten. Kunstgelenke können heute individuell passend für das jeweilige Gelenk angefertigt werden. Damit wird das kaputte Gelenk auf die jeweilige Anatomie des einzelnen Patienten abgestimmt.
Der Infoabend beginnt um 18 Uhr im Gemeinschaftsraum der Kliniken Calw im vierten Obergeschoss. Im Anschluss an den Vortrag steht der Chefarzt für individuelle Rückfragen zur Verfügung.