Calw Syntrion kauft Stadtgärtnerei-Gebäude
Hans-Jürgen Hölle, 29.06.2012 09:30 Uhr
Auf das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei bei Stammheim haben die Verantwortlichen der Syntrion GmbH schon seit Jahren ein Auge geworfen, um hier ihren neuen Firmensitz zu errichten.Foto: Hölle
Calw - "Man kann es als junges Unternehmen in Calw schaffen", hat Ronald Ullmann vor knapp einem Jahr gesagt. Damals war die Syntrion GmbH, die er zusammen mit seiner Frau Laila leitet, als "Glanzlicht der Wirtschaft" ausgezeichnet worden. Jetzt haben sie wieder etwas geschafft.
Vordergründig ist das die Unterschrift unter den Kaufvertrag für ein 2000 Quadratmeter großes Grundstück, das sich in Stammheim auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei befindet. Vor allem aber hat das Ehepaar Ullmann damit deutlich gemacht, dass die Zeichen bei Syntrion auf Wachstum stehen.
Seit 2006 ist der Firmensitz im Gebäude der Kreisbau im Stammheimer Feld. Schon seit längerem war man auf der Suche nach einem adäquaten Grundstück, wo ein Firmensitz erstellt werden soll, der zur hauseigenen Philosophie passt: Natur und Harmonie nämlich. Wären sie in Calw nicht fündig geworden, hätten sie sich – zwar ungern – verändern müssen. Anfragen aus umliegenden Gemeinden habe es jedenfalls schon gegeben, so Ronald Ullmann.
"Faires Verfahren mit öffentlicher Ausschreibung"
Innovation in der Medizin für ein gesundes Leben und dynamische Spitzenleistungen – dafür, so hat der Diplom-Biochemiker einmal gesagt, stehe Syntrion. Die Forschung und Entwicklung biotechnologisch-homöopathischer Arzneimittel gehört zu den Leistungen. Bisher sind so an die 30 Medikamente in den Darreichungsformen Nasenspray, Mundspray, Tabletten und Salben entstanden. Anwendungsgebiete sind unter anderem Allergien, Kreislaufbeschwerden, Herpes, Atemwegsentzündungen, Darmirritationen, Sodbrennen und Pilzinfektionen. Vertrieben werden sie auf der ganzen Welt.
Eine wichtige Voraussetzung für den Kauf des neuen Firmengrundstücks war, wie Ronald Ullmann im Gespräch mit unserer Zeitung betonte, dass nach der OB-Wahl im vergangenen Jahr ein faires Verfahren mit öffentlicher Ausschreibung stattgefunden habe. Dabei hätten auch einige kommunalpolitische Hürden genommen werden müssen, wobei OB Ralf Eggert sehr hilfreich gewesen sei. "Wesentlich war für uns die Chancengleichheit für alle, eine Bedingung, die davor nicht gegeben war", so der Geschäftsführer. Denn Chancengleichheit inspiriere und motiviere und sei somit eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Entwicklung von Unternehmen allgemein, aber auch von Kommunen.
Für die Syntrion GmbH sei das jetzt von der Stadt erworbene Grundstück besonders attraktiv, weil es sowohl zentral liegt als auch die Verbindung zur Natur aufweist. Jetzt beginne zunächst die Planungsphase, damit das neue Gebäude, in dem sich das Unternehmen langfristig und nachhaltig weiterentwickeln will, stimmig in Landschaft und Umgebung integriert werden kann.
Dabei weiß die Firmenleitung, dass das Gelände auch ein Naherholungsbiet und Lebensraum für Tiere wie Turmfalken oder Fledermäuse ist. Die ehemalige Stadtgärtnerei soll deshalb erst im Herbst abgebrochen werden.
Mit dem Neubau wird aber nicht gleich angefangen. Zunächst soll nämlich gründlich geplant werden – zusammen mit den Mitarbeitern und mit Kunden. Erst dann ergeht der Auftrag an den Architekten. Ausgelegt ist die Planung auf 25 bis 30 Mitarbeiter, bisher sind es sechs.
Laila und Ronald Ullmann gehen davon aus, dass sie ihren neuen Firmensitz in etwa vier Jahre beziehen werden können.


