Calw - Seit dem Umzug an den Calwer Markt entwickelt sich die SRH Hochschule Calw konstant. Nach einer Bestandsaufnahme will Rektor Peter J. Weber, seit 1. Oktober im Amt, die Einrichtung weiter entwickeln.

Damit, dass Calw wieder über einen Rektor in Vollzeit verfügt, hat der Bildungskonzern ein Zeichen gesetzt, sagt Weber. Vor seinem Amtsantritt hatte für ein gutes Jahr der Rektor der SRH Hochschule Heidelberg, Jörg M. Winterberg, auch Calw geleitet.

Für einen erfreulichen Zuwachs bei den Studierendenzahlen hat die Einrichtung eines Bachelor-Studiengangs in Betriebswirtschaftslehre gesorgt, sagt Weber in Gespräch mit unserer Zeitung. Dadurch gibt es jetzt in Calw statt gut 250 rund 300 Studenten. 400 bis 500 nennt der neue Rektor als mittelfristiges Ziel.

Den Studierenden soll zu Beginn ein Basiswissen in ihren Studienfächern vermittelt werden. Danach, so das Ziel der Hochschule, sollen sie sich zunehmend spezialisieren können. "Wirtschaft plus" oder "Medien plus" nennt das Weber in Bezug auf die beiden Fachbereiche.

Die Zahl der Vollzeitprofessuren hat in Calw deutlich zugenommen. "Wir brauchen die Festangestellten. Davon leben Lehre und Forschung an einer Hochschule", sagt Weber. Zugleich soll die starke Praxisorientierung, welche die Calwer SRH von jeher auszeichnet, erhalten bleiben. "Wir haben jetzt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Vollzeitprofessoren einerseits sowie Teilzeitprofessuren und Lehrbeauftragten andererseits", sagt der Rektor.

Die SRH Calw sieht sich als Teil der Gesellschaft und damit der Region. Mit den Calwer Mediengesprächen im September habe man ein erstes Zeichen gesetzt, so Weber. Mit IHK oder Landratsamt gebe es Kontakte. Zudem bilde man junge Menschen aus, damit sie weltweit tätig sein können. Weber hat daraus den Begriff "glokal" kreiert, um die Verbindung zwischen global und lokal zu verdeutlichen. Die SRH Hochschule bringe junge Menschen nach Calw und sei ein Wirtschaftsunternehmen, das derzeit 25 Mitarbeiter beschäftigt. Weber betont, dass sich die private Bildungseinrichtung über Gebühren finanzieren müsse.

Bevor Weber nach Calw und zur SRH kam, war er fünf Jahre in München als Vizepräsident der Hochschule für Angewandte Sprachen. Zudem hatte der gebürtige Mannheimer dort eine Professur für Internationale Wirtschaftskommunikation. Der 46-Jährige Familienvater ist von Haus aus Wirtschaftspädagoge und hat in Mannheim sowie im belgischen Louvain-la-Neuve Betriebswirtschaftslehre, Romanistik und Erziehungswissenschaften studiert. Er war zudem bei der EU in Brüssel in der Auftragsforschung tätig. Seine Assistentenzeit verbrachte Weber in Hamburg.