Von Alfred Verstl

Calw. Jetzt soll es auch in Calw ein Jugendforschungszentrum (JFZ) geben. Dies soll zur Entlastung des bereits bestehenden JFZ Nagold beitragen.

Die ersten Schritte in diese Richtung hat am Donnerstagabend der Gemeinderat getan. Das Gremium stimmte zu, dass ein Trägerverein gegründet wird, dessen Mitglied die Stadt wird. Dafür werden im Haushaltsplan 2013 für Investitionen 30 000 Euro und für die laufenden Kosten 20 000 Euro eingestellt.

"Das JFZ Nagold hat uns überzeugt", sagte Oberbürgermeister Ralf Eggert. Die Einrichtung soll vor allem dazu dienen, dem Fachkräftemangel in den technischen Berufen entgegen zu wirken, insbesondere auf den Gebieten Ingenieurwesen und Informatik.

Die Jugendlichen aller Schularten ab Klassenstufe 4 sollen außerhalb der Schule technische und naturwissenschaftliche Projekte durchführen. Dabei sollen die Schüler selbstständig und über einen längeren Zeitraum forschen, mit dem Ziel, im Team Freude und am Experimentieren zu haben. Angestrebt wird die Teilnahme an Wettbewerben wie "Jugend forscht" oder "Schüler experimentieren".

"Das passt in die bildungspolitische Landschaft", stellte CDU-Fraktionssprecher Manfred Füssinger fest. Vor allem die Unternehmen, so FDP-Kollege Jürgen Ott, würden eine solche Einrichtung begrüßen. Sie sollen, wie das auch in Nagold gehandhabt wird, denn auch über den Trägerverein als Sponsoren und Förderer wesentlich zur Finanzierung der Einrichtung beitragen.

Noch sei allerdings mit Unternehmen nicht gesprochen worden, sagte Eggert und gestand ein, dass dies früher hätte geschehen sollen. Dennoch ist sich der OB sicher, dass die Einrichtung eines JFZ Calw richtig ist. Von der erfolgreichen Tätigkeit der Nagolder Einrichtung, die es seit 2007 gibt, berichtete Horst Ammann. Der frühere Schulleiter des Maria von Linden-Gymnasiums ist dort ehrenamtlich tätig und würde, wie es im Entwurf eines Businessplans heißt, als Geschäftsführer des JFZ Calw zur Verfügung stehen.

"Wir wollen klein und überschaubar beginnen und dann langsam hochfahren", sagte Eggert. Jetzt gehe es vor allem darum, viele Unterstützer zu finden.