Calw Sand ist nun aus dem Getriebe

Sebastian Bernklau, 11.01.2013 09:02 Uhr
 

Nordschwarzwald - Am Anfang stotterte der Motor. Darüber sind sich Elke Frank, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Südwest, und Betriebsleiter Oliver Beer im Klaren. Doch jetzt entwickle sich die Service GmbH Schwarzwald mit dem Versorgungszentrum in Calw "sehr sehr positiv".

Zum Defizit der Kliniken trage sie definitiv nicht bei.Bekanntester Teil der zum Klinikverbund Südwest gehörenden Service GmbH ist das im Jahr 2009 in Betrieb gegangene Versorgungszentrum in Calw, in dem die bis dahin eigenständigen Küchen der sechs Krankenhäuser des Verbunds zusammengefasst wurden. Doch der für rund zwölf Millionen Euro erstellte Bau ist nur ein Teil der ganzen Service GmbH. Zu ihr gehören neben dem Versorgungszentrum auch noch die gesamte Gastronomie an den Häusern sowie die Hauswirtschaft.

Im Versorgungszentrum arbeitet auch nur ein Bruchteil der Belegschaft der Service GmbH. Die besteht insgesamt aus 433 Vollzeitkräften, die sich aus den 74 Vollzeitkräften der Zentralküche in Calw, 177 Vollzeitkräften in der Hauswirtschaft und 82 in der Gastronomie zusammensetzt.

Der Start des Versorgungszentrums sei durchaus schwierig gewesen, berichtet Betriebsleiter Oliver Beer. So war nicht nur bei der Zentralisierung der sechs Krankenhausküchen in einer zunächst Sand im Getriebe, auch aus den sechs Küchenteams musste eines geformt werden.

Auch inhaltlich gab es zunächst Probleme. So habe sich das Bestellverhalten der Mitarbeiter erst einspielen müssen, sagt Geschäftsführerin Elke Frank. So manche hätten Sachen gehortet aus der Sorge heraus, dass man die Ware nicht bekommt, wenn man sie tatsächlich braucht. Diese Probleme habe man in den Griff bekommen, die Lage habe sich beruhigt.

"Wesentlich verbessert"

Wirtschaftlich sei man auf einem guten Weg, habe sich "wesentlich verbessert". So lägen die Kosten pro Verköstigungstag inzwischen deutlich unter den Kosten zu Beginn des Versorgungszentrums. Am Start habe man da bei 22,13 Euro gelegen, jetzt sei man bei 19 Euro angekommen. Bei einem Gesamtumsatz von 24 Millionen Euro habe man das Ergebnis der GmbH von 2011 auf 2012 um eine Million Euro steigern können, so Elke Frank.

In der Service GmbH erzielte Überschüsse würden den Kliniken zugute gerechnet. Vorwürfe, die Service GmbH trage zum massiven Defizit der Kliniken bei, weist Elke Frank in aller Deutlichkeit zurück. "Die Service GmbH ist nicht schuld am Defizit der Kreiskliniken Calw und Nagold", macht die Geschäftsführerin deutlich. Wenngleich Betriebsleiter Oliver Beer weiß, dass bei der Auslastung des Versorgungszentrums noch "Luft nach oben" ist. In diesem Sektor könne sich auch noch einiges tun, so habe man einige Anfragen von potenziellen Kunden vorliegen.

Doch nicht nur wirtschaftlich sei man auf Kurs, auch die Qualität der produzierten Essen sei gut und werde von den Kunden, den Patienten auch so bewertet. In einer Befragung der Patienten habe das Essen mit einer "guten 2" abgeschnitten. Täglich verlassen 1200 Essen für Patienten, 800 für Mitarbeiter und 300 für Externe das Versorgungszentrum in Calw.