Calw-Wimberg - Ein Aufschrei der Entrüstung ging durch die Bevölkerung, als die Sparkasse Pforzheim Calw über die Schließung kleiner Geschäftsstellen informierte. So ist unter anderem die Filiale auf dem Wimberg betroffen. Im direkten, vom Stadtteilbeirat initiierten Austausch machten einige Bürger ihrem Ärger Luft.

Denn die Geschäftsstelle soll im Herbst 2013 geschlossen werden. Ihr Leiter Frank Schaible und Isabell Günther werden dann nach Altburg umziehen. Wie berichtet wird die Sparkasse dort einen Neubau errichten, in dem die Dienstleistungen für das Einzugsgebiet von Oberkollbach und Würzbach bis einschließlich Alzenberg und Wimberg angeboten werden.

Hintergrund ist eine zurückgehende Frequentierung der kleinen Filialen sowie schwierige räumliche Verhältnisse. "Im Neubau haben wir bessere Möglichkeiten, auf die Sorgen und Wünsche der Kunden einzugehen", sagte der Altburger Geschäftsstellenleiter Christian Scherer.

"Hat die Sparkasse nicht auch Pflichten gegenüber ihren Kunden oder müssen wir unterstellen, dass der Profit im Vordergrund steht?", bemängelte Hermann Morig. "Zur Wohnqualität gehört eine funktionierende Bank", verwies er auf den hohen Anteil älterer Menschen auf dem Wimberg und dass deren Gruppe immer größer wird. "Man fährt doch nicht nach Altburg wegen Geld", warf ein weiterer Zuhörer ein.

Die Sparkasse hat inzwischen reagiert. "Es wird an zentraler Stelle ein Bankomat installiert, an dem man Geld holen kann", so der Calwer Filialdirektor Alexander Dippold. Über den Standort würden derzeit Verhandlungen geführt. Gleichzeitig verwies er auf Serviceleistungen wie Hausbesuche. "Fordern Sie uns", sagte Frank Stemmler, seit 13 Jahren Seniorenberater der Sparkasse.

Weil Wartung und Betreuung aufwändig seien, wird es laut Dippold keinen Kontoauszugsdrucker geben. Aber auch hier werde es individuelle Lösungen geben. "Wir werden unsere Kunden auch von Altburg aus betreuen", versicherte Schaible.

Das Haus auf dem Wimberg stellt einen Beratungsraum für die Senioren aus dem Wohnpark und den betreuten Wohnungen zur Verfügung, wie Hausleiterin Monica Volaric sagte. "Botendienste für Überweisungen werden bereits praktiziert", bot sie eine Ausdehnung dieses Angebots an.

"Die Leute wollen mit ihnen schwätzen", erinnerte Christa Bittmann an den zwischenmenschlichen Aspekt und bedauerte, dass nach beinahe 60 Jahren eine Tradition beendet werden soll. Zudem bezweifelten etliche Besucher, ob die Serviceleistungen dauerhaft kostenfrei blieben.