Calw. Die Stadt Calw bekommt einen Zuschuss für die Sanierung der Tälesbachdeponien. Der Bescheid für den ersten Bauabschnitt ist eingetroffen und enthält Erfreuliches: Der Fördersatz liegt nicht wie erwartet bei 80 Prozent, sondern sogar bei 85,4 Prozent.

Wie berichtet, liegen die Gesamtkosten der Sanierungsmaßnahme bei neun Millionen Euro. Davon muss die Stadt Calw die Hälfte tragen, die andere Hälfte geht zu Lasten der Deutschen Bahn. Von den 4,5 Millionen Euro, die die Stadt finanzieren muss, sind 4,4 Millionen Euro zuwendungsfähig. Der Zuschuss wird aber noch nicht für den gesamten Betrag gewährt, sondern wird abschnittsweise vergeben.

Der vorliegende Zuwendungsbescheid bezieht sich auf den ersten Bauabschnitt mit Baukosten in Höhe von rund 1,25 Millionen Euro. Die Stadt erhält für diesen Abschnitt nach Abzug eines Einbehaltes von 50 000 Euro einen Zuschuss in Höhe von etwas mehr als einer Million Euro.

Im Februar werden die Vorbereitungen, also der erste Bauabschnitt, in Angriff genommen. Das bedeutet Rodungsarbeiten für die Zufahrt, die Baustelleneinrichtung und der Bau eines Umfluters. Der grobe Zeitplan sieht vor, dass es etwa von Mitte 2014 bis 2019 dauern wird, den Erdstützkörper herzustellen. Die Rückverlegung des Tälesbaches in seine ursprüngliche Lage und die Renaturierung der Fläche stehen im Jahr 2020 an.

Sanierungspflichtig sind bekanntlich die Stadt Calw und die Deutsche Bahn AG als Betreiber der ehemaligen Deponien sowie als Grundstückseigentümer. Die Sanierung der Altablagerungen Tälesbach ist laut Expertenmeinung notwendig, da die steilen Böschungen der Deponien nicht standfest sind und in den Tälesbach abzurutschen drohen. Dies könnte eine Wasser-Schlamm-Lawine auslösen, die sich ins Tal ergießt. Der Schutz der Hirsauer Bevölkerung sowie des Flusses Nagold haben deshalb oberste Priorität. Unmittelbar unterhalb des Tälesbachs liegen Wohnhäuser, das Gewerbegebiet mit Moschee, die Bundesstraße und der Kursaal.

Die Altablagerungen Tälesbach wurden in den vergangenen Jahren fachlich in mehreren Stufen nach der Altlastenmethodik des Landes Baden-Württemberg untersucht. Die Altlastenbewertung ergab einen Handlungsbedarf lediglich hinsichtlich der mangelnden Standsicherheit. Eine Gefahr für das Grundwasser besteht hingegen nicht.

Die Sanierung soll durch die Herstellung von Erdstützkörpern erfolgen, welche seitlich zur Stabilisierung an die Altablagerungen angeschüttet werden. Hierfür sind rund 500 000 Kubikmeter Erdmaterial notwendig. In den nächsten Monaten erfolgt hierfür die europaweite Ausschreibung zur Sanierung der Altlasten Tälesbach.