
Von Alfred Verstl
Calw-Holzbronn. Das Pfarrer-Ehepaar Margret Ehni und Volker Weiß verlässt Holzbronn und wechselt nach Geislingen/Steige. Mehr als elf Jahre waren die beiden in Calw und Holzbronn tätig. Ehni und Weiß werden in einem Gottesdienst am Sonntag, 4. März, verabschiedet.
"Wir befinden uns in einer Lebensphase, wo man es noch machen kann", sagte Weiß im Gespräch mit unserer Zeitung. Beide Seelsorger sind 54 Jahre alt. Und in Geislingen sei ihnen eine interessante Stelle angeboten worden.
Volker Weiß wird dort an der Helfenstein-Klinik in der Krankenhausseelsorge tätig sein. Das Haus in Trägerschaft des Landkreises Göppingen stellt die Akutversorgung mit sechs Fachabteilungen sicher. Die Klinik verfügt über 195 Betten. Beschäftigt werden 550 Mitarbeiter.
Margret Ehni wird für die Evangelische Landeskirche in Württemberg ein Netzwerk für den Palliativbereich aufbauen und dafür eine Konzeption entwickeln. Palliativmedizin ist nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation die aktive, ganzheitliche Behandlung von Patienten mit einer weit fortgeschrittenen Erkrankung und einer begrenzten Lebenserwartung. Die Beherrschung von Schmerzen, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen besitzt höchste Priorität. Dabei steht nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die Lebensqualität, also die Wünsche, Ziele und das Befinden des Patienten im Vordergrund. Die beiden Stellen sind laut Weiß aneinander gekoppelt und wurden gemeinsam ausgeschrieben. Ehni und Weiß hatten sich erfolgreich darum beworben.
Bei ihrer bisherigen Stelle, die sie gemeinsam ausübten, entfiel jeweils die Hälfte auf die Pfarrerstelle in Holzbronn und auf die Seelsorge im Krankenhaus Calw. Weiß kümmerte sich vor allem um die Gemeindearbeit, Ehni um die Klinik, wo sie in Zusammenarbeit mit dem Förderverein "Ganz nah" ein Palliativzimmer aufbaute.
Weiß verlässt Holzbronn durchaus mit einem weinenden Auge. In einer kleinen Gemeinde kennt man fast jeden. Er hat viele Kinder aufwachsen sehen, hat sie getauft und konfirmiert.
In Holzbronn wird nun die übliche Vakanz folgen. Die Besetzungssitzung, an der neben Prälat und Dekan der Kirchengemeinderat und das erweiterte Besetzungsgremium mit Vertretern des Klinikverbunds Südwest teilnehmen, tagt heute Abend. Laut Dekan Erich Hartmann wird die Ausschreibung frühestens zum 15. März erfolgen. Dann hoffe man, dass sich Bewerber melden. Wie schwierig das werde, lasse sich nicht sagen, so Hartmann. Die Pfarrerstelle in Ostelsheim beispielsweise sei sehr schnell besetzt gewesen. Die Verbindung von Krankenhausseelsorge und Gemeindearbeit hält Hartmann für attraktiv. Da sei ein Pfarrerehepaar, das sich die Stelle ähnlich aufteilt wie Ehni und Weiß, durchaus denkbar, aber keine Voraussetzung. Genauso sei es möglich, dass die Stelle an eine Bewerberin oder einen Bewerber geht.