Calw - Noch knapp zweieinhalb Wochen, dann hat der neueste Film von "Mania Pictures", "Tatort Calw: Hexensabbat" in der Aula Premiere. Im Gespräch mit unserer Zeitung räumt Armin Schnürle ein, dass es eigentlich hätte anders kommen sollen.

Herr Schnürle, dürfen wir schon reinschauen in "Tatort Calw: Hexensabbat"?

(lacht) Sehr ungern. Aus dem einfachen Grund: Der Film ist wie immer um diese Zeit noch nicht fertig. Ich könnte Sie jetzt mitnehmen an meinen Rechner. Dort würden Sie auf einem kleinen Bildschirm einen Film sehen, dem noch Musik, Spezialeffekte und auch die Tonabmischung fehlen. Wenn Sie das wollen ...

Nein, dann warten wir lieber. Und vielleicht sollten wir Sie ja auch besser weiterarbeiten lassen.

Sie werden lachen, aber ich kann nicht mehr viel tun. Filmarbeit ist Teamarbeit, das hat sich besonders in diesem Jahr gezeigt. Und diesen Teil der Produktion habe ich seit einer ganzen Weile schon unseren Spezialisten überlassen. Alex Bross kümmert sich um die visuellen Effekte, Andi Pfeiffer um Ton und Musik, Marc Weckenmann um Farbkorrektur und die DVD-Erstellung. Ich bleibe in meinem Revier: Drehbuch, Regie, Schnitt. Und da tobe ich mich bei ein paar letzten Werbespots, die wir vor der Premiere noch fertigstellen müssen, gerne aus.

Sie sprechen von Teamarbeit. Wie lange dauert es, bis so ein Team zusammengewachsen ist?

Wie lange es dauert? Schon eine gewisse Zeit, viele Jahre, würde ich sogar sagen. Bei Hexensabbat hatten wir in jedem Fall ein gewachsenes Team und wirklich sehr viel Spaß am Set. Das war oft so, aber nicht immer. Diesmal war ich – abgesehen von einem "echten" Krankenwageneinsatz im Wald – immer mit sehr viel Freude bei der Sache.

Macht Ihnen denn das Filmen nicht grundsätzlich Spaß?

Prinzipiell natürlich sehr. Aber nach zwei Wochen mit jeweils vier Stunden Schlaf, ohne Pausen, mit unregelmäßigen Mahlzeiten und extremer Anstrengung muss schon manchmal der Gedanke an das finale Produkt herhalten, um mich zu motivieren.

An was denken Sie dann?

In erster Linie an die "Kinotour". Mit dem Film durch die Städte reisen, verschiedene Stimmungen zu erleben. Zu sehen, dass die Leute hoffentlich an Stellen lachen, die auch witzig gemeint waren. Und natürlich die Atmosphäre bei der Premiere mit all den Beteiligten, die ich in der Gruppe zum ersten mal seit den Dreharbeiten wieder sehe – das sind die Höhepunkte.

Bei der Premiere gab es schon Striptease, Stunts und Martial Arts zu sehen. Was ist dieses Mal zu erwarten?

Wir zeigen den ersten Kurzfilm der Mania-Pictures-Geschichte, also quasi zwei Weltpremieren. Vier Rotkäppchen, ein Wolf – mehr wird nicht verraten. Wir im Team würden sagen: ein Spaß-Projekt. Hoffentlich auch für den Zuschauer.

Tatort Calw und "Spaß-Projekt". Das klingt nach einem lustigen Jahr.

Ja, in der Tat. Aber eigentlich sollte alles ganz anders kommen. Tatort Calw war ursprünglich nur als Ersatz für einen aufwendigeren Film in die Planungen gerutscht. Weil die Charaktere des Ermittlerteams schon aus den ersten vier Teilen bekannt waren, ging es mit dem Drehbuch ziemlich fix. Und als dann alle an Bord waren, wurde es doch wieder das gewohnt große Projekt. Es hat sich gezeigt: Oftmals sind solche Zufallslösungen die erfolgreichsten.

Und nach der Premiere geht es zurück zum ursprünglichen Projekt?

Ja, dann kommt "Herzlos". Ein sehr aufwendiger Film, weil er ein ernsteres Thema behandelt. Wir stecken gerade sehr viel Arbeit in das Drehbuch. Ziel ist es, eine anspruchsvolle Geschichte mit dem bewährten Mania-Pictures-Humor zu mischen. Bereits im Mai muss alles stehen. Dann wird schon wieder gedreht.

Die Fragen stellte Hans-Jürgen Hölle