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Calw Hesse-Bahn: Erster Spatenstich im Dezember

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In Calw sah sich der Arbeitskreis Verkehr und Infrastruktur am Stammsitz des Vereins Württembergische Schwarzwaldbahn (WSB) um. Er würdigte damit die Tatsache, dass dieser Verein sozusagen der Vater der Hermann-Hesse-Bahn ist. Foto: Hölle

Calw/Ostelsheim - "Bei der Hermann-Hesse-Bahn ist genug geplant worden. Jetzt beginnt die Zukunft – spätestens mit dem ersten Spatenstich im Dezember."

Das sagte am Freitagvormittag Landrat Helmut Riegger beim Besuch des Arbeitskreises Verkehrs und Infrastruktur der Landestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Landratsamt. Dabei wurde offenbar, dass die Mitglieder dieses Arbeitskreises mit Andreas Schwarz an der Spitze und die grüne Staatssekretärin im Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Gisela Splett von diesem Projekt überzeugt sind. Und sie wissen, dass keine Zeit mehr vertrödelt werden darf. Sonst könnte die Förderfähigkeit dieser Maßnahme gefährdet werden.

Zurück noch einmal zum ersten Spatenstich für die erste von einigen Baumaßnahmen, die im Zuge der Reaktivierung der Schienenverbindung von Calw nach Renningen über Weil der Stadt erforderlich sind. Wo dieser sein soll, das steht noch nicht so recht fest, wie Hesse-Bahn-Projektleiter Michael Stierle auf Anfrage unserer Zeitung zugab. Aber er werde aller Wahrscheinlichkeit nach im Zusammenhang mit dem Neubau von zwei Brücken und so wohl mit der über die Bundesstraße 295 bei Heumaden stehen.

Stierle hatte dem Besuch aus dem Landtag zuvor einen Überblick über das gegeben, an was er und seine Mitstreiter derzeit schwerpunktmäßig arbeiten: am Planrechtsfahren, zu dem auch das Thema Lärmschutz gehört, sowie am Natur- und Artenschutz. Wo der Landkreis Lärmschutzmaßnahmen umsetzen muss – nämlich dort, wo nicht auf der bestehenden Alteisenbahntrasse wie zum Beispiel beim Tunnel um den Hacksberg bei Ostelsheim – gebaut wird, wolle man auf "Schienenstegdämpfer" (SSB) setzen, so Stierle. Das seien Plastikteile, die den Schall unmittelbar dort mindern, wo er entstehe.

Für Stierle sprechen auch Kostengründe für ein solches Vorgehen. Etwa 950.000 Euro wären für eine Lärmschutzmauer zu bezahlen. "SSB" seien mit etwa 250.000 Euro natürlich viel günstiger. Staatssekretärin Splett, die zudem Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung ist, zeigte sich nicht abgeneigt: Lärm muss man aktiv und nicht passiv bekämpfen", sagte sie.

Wie Stierle weiter ausführte, ist der Kreis auch in Sachen Artenschutz aktiv – im Hirsauer Tunnel sind 5069 Fledermäuse ermittelt worden, in dem vor Ostelsheim 1654. Das erste Ausweichquartier sei in einem Stollen bei Liebelsberg schon eröffnet worden, eine stillgegte Bunkeranlage stehe bereit. Darüberhinaus würde es 37 weitere denkbare Standorte geben. Auch an die Steinkrebse im Hau" bei Heumaden sei gedacht worden. Demnächst würden ein paar zum Test umquartiert. Wenn das erfolgreiche verlaufe, solle die ganze Population verlegt werden.

Für all die Anstrengungen des Kreises Calw bei der Hesse-Bahn und auch für die Tatsache, dass sich die Stadt Calw sowie die Gemeinden Althengstett und Ostelsheim später an den laufenden Kosten beteiligen wollen, sprach Arbeitskreisvorsitzender Schwarz ein großes Lob aus. Der Böblinger Landtagsabgeordnete Bernd Murschel ging relativierte gelegentliche Störfeuer aus seinem Wahlkreis. Es würde hier zwar negative Stimmen geben, aber die Grundstimmung sei positiv. Das Projekt Hesse-Bahn dürfe jetzt nicht mehr mit Auflagen überfrachtet werden, die es dann unmöglich machen.

 
 

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