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Calw Gasleck: Supermärkte und Bäckerei evakuiert

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Im Bereich Kimmichwiesen ist Gas ausgeströmt. Das Gebiet soll gemieden werden. Laut Polizei besteht Explosionsgefahr. Foto: Geideck

Calw - Wie dicht ist Calw am Montag an einer Katastrophe vorbeigeschrammt? Abgestellte Gasflaschen auf dem ehemaligen Bauknecht-Areal verursachten einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften, die eine Explosion nicht ausschlossen – und vorsorglich evakuierten.

Hildegard Christein steht mit einer Kollegin vor der verriegelten Glastür der Calwer Aldi-Filiale. Das Telefon hält die stellvertretende Filialleiterin fest in der Hand, der Blick geht ein wenig ins Leere. "Ich bin jetzt das 17. Jahr bei Aldi, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", meint Christein und blickt ihre Kollegin an: "Ich hoffe, dass wir bald wieder öffnen können. Sonst geht ja das ganze Gemüse kaputt."

Seit 14.30 Uhr herrscht sowohl auf dem Aldi- als auch auf dem benachbarten Lidl-Parkplatz gähnende Leere. Ein paar Polizeiwagen stehen neben den Einkaufswagen, ansonsten flattern nur weggeworfene Kassenzettel über den grauen Granitstein. Auch die Großbäckerei Pfrommer sowie angrenzende Wohngebäude wurden zuvor von der Polizei aufgrund des Gas-Alarms evakuiert.

100 Menschen auf gesamtem Gelände evakuiert

"Ruhig und besonnen" sei die Polizei in die Filiale gekommen, betont Christein, und habe erklärt, dass der Discounter geräumt werden müsse. Ebenso ruhig hätten die Aldi-Mitarbeiter die Kunden daraufhin angesprochen, die sogar noch ihren Einkauf erledigen konnten. Das übrige Personal delegierte die stellvertretende Filialleiterin an die Kassen, damit die Kunden den Markt zügig verlassen konnten. Panik entwickelte sich dadurch nicht. Um 15.02 Uhr verließ Christein als letzte Person das Gebäude. Auf dem gesamten Areal wurden laut Polizei-Angaben rund 100 Menschen evakuiert.

Aus abgestellten Gasflaschen dringt Propangas aus

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich längst ein blau blinkender Ring aus Polizei- und Feurwehrwagen rund um das ehemalige Bauknecht-Areal gezogen. Dort war zuvor ein Arbeiter auf der Treppe zum von der Straße nicht einsehbaren Technikraum auf zehn Gasflaschen à elf Kilo Gewicht gestoßen, aus denen – so der aktuelle Kenntnisstand der Polizei – Propangas ausgedrungen sei. Er alarmierte umgehend die Rettungskräfte, die mit insgesamt 45 Feuerwehrleuten, 47 Kräften der Rettungsdienste und 22 Polizisten ausrückten. "Wir konnten nicht ausschließen, dass es zur Explosion kommt", betont Polizei-Sprecher Ralf Minet, der eine Katastrophe durchaus für denkbar hielt: "Wir haben uns auf schlimmere Dinge eingestellt."

Wer die Gasflaschen dort abgestellt hat und ob er dies in böser Absicht getan hat, weiß die Polizei noch nicht. Klar sei laut Minet nur, dass dort sonst keine Gasflaschen stehen würden. Kriminaltechniker haben daher gestern das Areal untersucht, zudem hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen, die jetzt nach Zeugen sucht. Sie werden gebeten, sich unter Telefon 0721/9 39 55 55 direkt mit der Kripo in Karlsruhe in Verbindung zu setzen.

Um 15.50 Uhr trifft dann am Montag endlich das sehnlichst erwartete rote Fahrzeug der Feuerwehr-Experten aus Stuttgart ein, die den Technikraum untersuchen. Unklar war bis zu diesem Zeitpunkt schließlich, ob auch von ihm eine Gefahr ausgehen könnte. Das war nicht der Fall. Um 17.20 Uhr erklärt die Polizei den Einsatz für beendet.

Aufatmen heißt es zu diesem Zeitpunkt auch bei den beiden Discountern, die ihre Türen wieder öffnen können. "Wir sind froh, wenn nichts passiert", hatte Hildegard Christein  zuvor noch gesagt – und behielt mit dieser Hoffnung glücklicherweise Recht.

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