Calw Für Arbeitsschutz-Preis nominiert

Schwarzwälder-Bote, 13.07.2012 20:17 Uhr

Calw-Holzbronn. Der beste Lehrmeister ist bekanntlich das Leben. Deshalb arbeiten die rund 50 Auszubildenden bei Holzma in Holzbronn an echten Projekten mit und unterstützen ihre Kollegen in den unterschiedlichen Teams.Das jetzt abgeschlossene Projekt "Restgitterentsorgung" war dennoch ein außergewöhnliches. Zum einen, weil hier rund 20 Azubis aus dem gewerblich-technischen Bereich ein weitgehend eigenverantwortliches Team bildeten. Zum anderen, weil die Nachwuchskräfte in nur einjähriger Entwicklungszeit ein internes Automatisierungsprojekt realisiert haben, das die Arbeitssicherheit in der Holzma-Produktion weiter erhöht und jährlich mehr als 25 000 Euro einspart.

Mit dieser Erfolgsbilanz haben die Azubis gute Chancen auf einen der vorderen Plätze beim Deutschen Jugend-Arbeitsschutz-Preis 2012. Der Wettbewerb wird jährlich von der Fachvereinigung Arbeitssicherheit (FASI) ausgerichtet und zeichnet Auszubildende aus, die auf besonders praxisorientierte und innovative Weise einen Beitrag zu mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz entwickelt haben. Das Azubi-Team hat sein Projekt bereits eingereicht und ist nominiert.

Als weltweit führender Hersteller von Plattenaufteilsägen verarbeitet Holzma mit einer hochpräzisen Lasermaschine jährlich viele Tonnen Stahlblech. Allein 2010 waren es mehr als 400 Tonnen. Der Laser schneidet aus den bis zu 20 Millimeter starken und drei Mal eineinhalb Meter großen Blechen alle benötigten Formen aus. Übrig bleibt ein gitterförmiges Restblech, das von den Mitarbeitern bisher von Hand auf einen Gabelstapler geladen und mit diesem durch ein geöffnetes Rolltor zum Altmetallcontainer transportiert werden musste.

Anfang 2011 fiel die Entscheidung, ein Team von Azubis mit der Entwicklung eines effizienteren, möglichst automatisierten Prozesses für die Restblechentsorgung zu beauftragen. "Schließlich ist es eine unserer Kernkompetenzen, Produktionsabläufe zu analysieren und individuell zu optimieren", begründet Geschäftsführer Walter Visel die Entscheidung und ergänzt: "Das Vermitteln der dafür nötigen Fähigkeiten ist einer unserer Ausbildungsschwerpunkte. Ein Projekt dieser Größenordnung hatten wir bis dahin allerdings noch nie allein mit Azubis umgesetzt. Das war Neuland für uns."

Es zu betreten hat sich gelohnt – für das Unternehmen ebenso wie für seine Auszubildenden. "Wir konnten in diesem Projekt unsere Vorschläge und Ideen einbringen, haben sie im Team diskutiert und gemeinsam eine Lösung entwickelt", berichtet beispielsweise Valerie Bauer, Technische Produktdesignerin im zweiten Lehrjahr. "Am meisten gefreut hat mich, dass wir in diesem Projekt voll und ganz selbstständig arbeiten konnten. Das war super."

Diese Einschätzung teilt auch Christoph Gräsle, Ausbildungsleiter für die gewerblich-technischen Berufe: "Die rund 20 Projektteilnehmer haben in kurzer Zeit überdurchschnittlich viel gelernt.

Das Resultat kann sich sehen lassen: Die Auszubildenden haben eine automatisierte Restblech-Entsorgung entwickelt und umgesetzt, die für mehr Arbeitsergonomie, stark reduzierte Unfall- und Verletzungsrisiken sowie eine signifikante Zeit-, Energie- und Arbeitsersparnis sorgt. Stolz präsentierten sie diese Lösung der Geschäftsleitung. Seitdem ist das System erfolgreich im Einsatz und wird jährlich voraussichtlich mehr als 25 000 Euro einsparen.

 
 
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