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Calw Feuerwehr rückt gegen Falschparker aus

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Wenn die Feuerwehr auf den Gehweg ausweichen muss, gibt es Strafzettel. Foto: Klormann

Calw - Im Notfall muss es schnell gehen – gerade wenn es brennt. Sollten Falschparker dann den Weg blockieren, kann das katastrophale Folgen haben. Die Calwer Feuerwehr will die Menschen mit Durchfahrtskontrollen darauf aufmerksam machen.

17 Minuten. Nicht mehr und nicht weniger Zeit bleibt maximal, wenn ein Mensch sich eine Rauchvergiftung zugezogen hat, um mit der Wiederbelebung zu beginnen. So besagt es eine Studie, auf deren Grundlage die Feuerwehr ihre Einsatzzeiten kalkuliert. 17 Minuten, die über Leben und Tod entscheiden können.

Zwei Minuten vergehen, bis ein Brand entdeckt wird. Weitere zwei Minuten kostet es, das Telefonat mit der Feuerwehr zu führen und die Kräfte zu alarmieren. Und weitere drei Minuten dauert es, den Brandort zu erkunden und Menschen zu retten.

Vier Minuten Zeit, um beim Brand zu sein

Übrig bleiben zehn Minuten, von denen sechs eingeplant sind, um zum Feuerwehrhaus zu gelangen, sich umzuziehen und auszurücken. Die Anfahrt darf entsprechend nur noch vier Minuten dauern. Ein extrem kurzer Zeitraum, in dem nichts schief gehen darf – wie beispielsweise ein falsch parkendes Auto, dass das Vorankommen der Feuerwehr behindert.

Aus diesem Grund haben sich bereits im vergangenen Jahr in Calw Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei zusammengetan, um solche Situationen zu vermeiden. Das Mittel dazu: Durchfahrtskontrollen.

Die Brandbekämpfer, die zu einem großen Teil ehrenamtlich arbeiten, waren ab April 2016 mehrmals mit ihren großen Feuerwehrfahrzeugen und dem Ordnungsamt durch bestimmte Straßen gefahren. In Nachgang hatten sich zahlreiche Bürger gemeldet und um Tests in verschiedenen Straßen gebeten, an manchen Stellen war mit Verbotsschildern nachgebessert worden.

"Die Aktion ist bei den Bürgern angekommen", freut sich gestern Tugce Kilic vom Ordnungsamt, als sie eine verstärkte Neuauflage der Durchfahrtskontrollen in diesem Jahr ankündigt. Nicht nur abends, auch am Wochenende soll diesmal kontrolliert werden – und auch an Markttagen wird die Feuerwehr nach dem Rechten sehen.

Kontrollen, die dem Schlimmsten vorbeugen sollen. Denn, so weiß Stadtbrandmeister Dirk Patzelt: "Wenn wir nicht richtig durchkommen, verzögert sich die Rettung von Menschen." Mit den Durchfahrt-Tests soll dafür ein Bewusstsein geschaffen werden.

Ohne Drehleiter geht’s nur rund 13 Meter hoch

Deshalb komme bei diesen Aktionen auch das größte Gefährt zum Einsatz, das zugleich eines der wichtigsten ist: das Drehleiterfahrzeug. Ohne dieses, so erläutert Patzelt, müssten tragbare Leitern benutzt werden, die jedoch maximal in eine Höhe von 12,70 Metern reichen – höchstens bis in den vierten oder fünften Stock. Für das Calwer Krankenhaus ist das zu niedrig. Und: "In jedem Stadtteil gibt es das eine oder andere Gebäude", für das dies ebenfalls gelte, sagt Patzelt.

Doch wie groß ist das Problem tatsächlich? Um dafür einen Eindruck zu vermitteln, starten Feuerwehr und Ordnungsamt nach den Erläuterungen eine erste Fahrt. Los geht es am Feuerwehrgerätehaus, an der Esso-Tankstelle vorbei, über den Welzbergweg in die Hindenburgstraße in Richtung Krankenhaus. An manchen Tagen stehen die Autos hier dicht an dicht – und nicht jeder hält sich an den die Restbreite von 3,05 Meter, die die Fahrbahn mindestens noch haben muss.

An diesem Tag heißt es jedoch freie Fahrt. Zumindest weitgehend. Denn die Straße ist eng – selbst, wenn sich jeder an die Regeln hält. Mehr als einmal möchte man die Luft anhalten, wenn das schwere Drehleiterfahrzeug knapp an parkenden Autos vorrollt. "Es ist wirklich Millimeterarbeit", unterstreicht Kilic, die hinter dem Einsatzfahrzeug herfährt. Millimeterarbeit, die im Ernstfall wichtige Sekunden kosten kann.

Gegebenenfalls wird abgeschleppt

Weiter geht es über die Stuttgarter Straße in Richtung Stadtmitte, über Marktbrücke, Salzgasse und Schießberg in die Schillerstraße. Und dort, auf Höhe des Amtsgerichtes, stehen tatsächlich vier Fahrzeuge im absoluten Halteverbot, das Feuerwehrfahrzeug muss auf den Gehweg ausweichen. Alfred Schultheiß vom städtischen Vollzugsdienst steigt aus dem Auto und verteilt Verwarnungen. Üblicherweise würde er nun selbst versuchen, den Halter zu ermitteln – und gegebenenfalls die Autos abschleppen lassen. Denn die Straße ist nur noch auf 2,53 Meter frei. An diesem Tag übernehmen dies jedoch seine Kollegen – die Fahrt muss weitergehen.

Über Burgsteige, Biergasse und Lederstraße geht es zurück zum Gerätehaus. Eine erste Kontrollrunde ist zu Ende. Weitere sollen unangekündigt ab Jahresmitte folgen. Doch schon die erste, kurze Fahrt macht deutlich: Das Bewusstsein fürs richtige Parken fehlt manchen Menschen.

Um dies zu ändern, werden Feuerwehr, Ordnungsamt und Polizei sich in den kommenden Monaten verstärkt einsetzen.

 
 

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