
An kalten Tagen wie denen, die wir gerade haben, bin ich ganz besonders froh, wenn im Ofen ein wärmendes Feuer brennt. Ich schaue gerne den tänzelnden Flammen zu und freue mich an der Glut, die im besten Fall stundenlang für Wärme sorgt.
Dafür nehme ich auch einiges an Arbeit in Kauf. Im Herbst das Aufstapeln des Holzes, was durchaus schweißtreibend war. Das Herschleppen der Scheite aus dem Schuppen ins Wohnzimmer und den doch nicht unerheblichen Dreck mit der Asche, der immer wieder weggeputzt werden muss.
Außerdem ist Feuermachen nicht gleich Feuermachen. Wer einen Ofen oder Kamin hat, wird ein Lied davon singen können. Anzünder, Anzündholz und kleinere Scheite müssen in der richtigen Menge aufgeschichtet werden, nach einer kleinen Weile muss Holz nachgelegt und die Luftzufuhr geregelt werden.
Manchmal brennt das Feuer gut, an anderen Tagen, je nach Wetterlage und Luftdruck ,brauche ich länger, bis der Kamin zieht. Was ich dabei immer wieder beobachten konnte ist, dass ein einzelner Holzscheit relativ schlecht anbrennt. Und wenn er denn mal brennt, dann ist er meistens schnell abgebrannt. Nur wenn das Holz schön aufgestapelt ist und mehrere Scheite zusammen brennen, können die Flammen lodern, ihre wohlige Wärme abgeben und eine Glut entwickeln, die anhält.
Manchmal sind wir Menschen ganz ähnlich wie Holzscheite. Für uns alleine genommen können wir schnell Feuer und Flamme für eine Sache sein, die uns begeistert. Ein neues Hobby, Engagement, bei dem wir etwas auf die Beine stellen wollen. Doch die Gefahr ist, dass wir auch schnell ausbrennen, wenn wir alleine sind. Dass wir alle unsere Energie, die in uns steckt, zu schnell verpulvern und dann nur noch einem Häuflein Asche gleichen.
Das gilt auch für Glaubensdinge. Alleine Glauben kann man nicht. Gut, vielleicht eine Weile, wenn es uns gut geht, wenn wir Gott und die Welt umarmen möchten, wenn wir himmelhochjauchzend glücklich sind.
Aber auch da kann unsere Energie schnell verpuffen. Wenn Durststrecken kommen, wenn wir zweifeln und Fragen nach Gott und an Gott stellen.
Wir Menschen sind auf Gemeinschaft ausgelegt. Gemeinsam sind wir stärker, gemeinsam geht es leichter.
Das gilt auch für den Glauben. Gerade dann, wenn Zweifel kommen, wenn wir uns ausgebrannt fühlen, tut es gut, mit anderen gemeinsam auf dem Weg des Glaubens zu sein. Nicht meinen, dass man immer und stets alles alleine tun und leisten muss. Nicht das Gefühl haben, dass wir alleine mit unserer Sehnsucht nach Gott, mit unseren Fragen und Zweifeln unterwegs sind. Gemeinsam können wir unsere Erfahrungen teilen, einander stärken und stützen und vor allem gemeinsam feiern. In der Gemeinschaft mit Gott und anderen Menschen. Und das nicht nur für einen kurzen Moment, sondern längerfristig. Immerhin kommen dafür schon seit 2000 Jahren Menschen zusammen.
Unsere Kirchengemeinden hier vor Ort, aber auch auf der ganzen Welt, können solche Feuerstellen in Sachen Glaubensdingen und Gemeinschaft für uns werden.
Probieren Sie’s doch einfach aus. Gleich morgen im Gottesdienst.