Calw Die ENCW muss jetzt sparen

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Foto: Fritsch

Calw - Die ENCW Energie Calw GmbH hat einen rigorosen Sparkurs eingeschlagen. Die Gründe liegen in den Auswirkungen der Energiewende.

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat die Netzentgelte drastisch erhöht, sagte Oberbürgermeister Ralf Eggert, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Dies lasse sich nicht in einem Schritt an die Kunden weitergeben. Das wiederum hängt mit der verstärkten Einspeisung regenerativer Energien zusammen. Letztlich trifft die Energiewende damit nicht nur die Großen der Branche, sondern auch die regionalen Versorger.

Deshalb muss die ENCW drastisch sparen. In diesem und im nächsten Jahr summiert sich das laut Eggert auf 545 000 Euro. Gut 40 Prozent entfallen mit 220 000 Euro auf das Personal. Die Zahl der Vollarbeitsplätze sinkt laut Geschäftsführer Horst Graef von 59 (2014) bis Ende nächsten Jahres auf 51. Der Abbau erfolge sozial verträglich, betont Eggert. Man habe vor allem die natürliche Fluktuation ausnutzen können.

Überall muss gestrichen werden

Aber auch in allen anderen Bereichen des Unternehmens muss gespart werden. Dies erfolge planmäßig und nicht nach dem Rasenmäherprinzip, hob der Chef des Aufsichtsrats hervor. Als Beispiele nannte er die Werbung und den Fuhrpark.

Mittelfristig kommt laut Eggert das hoch defizitäre Nahwärmenetz auf den Prüfstand. Fest steht schon jetzt, dass mit Inbetriebnahme der Rathäuser das Netz in der Kernstadt stillgelegt wird.

Man konzentriert sich nicht allein auf das Sparen. Mit der Marke Schwarzwaldenergy sei ein bundesweites Vertriebs­programm aufgelegt worden, das schon im kommenden Jahr Gewinn machen soll. Zudem bietet, so Oberbürgermeister Eggert, die ENCW nun Dienstleistungen für kleinere Stadtwerke an. Zwei Kunden habe man schon gewonnen.

Wären die Entgelte für die vorgelagerten Netze nicht so drastisch gestiegen, erläutert der OB, hätten diese Maßnahmen schon Ende 2016 gegriffen. Dann wäre die ENCW in der Lage gewesen, einen Jahresüberschuss zu erwirtschaften, der den Verlust der Stadtwerke abgedeckt hätte.

Eggert: "Wir waren wirklich stolz darauf, was wir erreicht haben – leider hat es uns das Netzentgelt genommen." Dennoch sei man nun endlich auf einem guten Weg.

Stadtwerke belasten städtischen Haushalt

Letztmals 2011 konnten mit der Gewinnausschüttung der ENCW die Defizite der Stadtwerke, die mit 51 Prozent an dem Energieversorger beteiligt sind (49 Prozent hält die EnBW), ausgeglichen werden. Die roten Zahlen sind auf die Bäder und die Parkhäuser zurückzuführen.

2011 hat die ENCW noch 1,61 Millionen Euro ausgeschüttet, die Stadtwerke verzeichneten ein positives Ergebnis von knapp 75 000 Euro, wie aus dem Beteiligungsbericht von Bernhard Bührle, verantwortlich für das Controlling bei der Stadt, hervorgeht. 2012 mussten die Stadtwerke bei einer ENCW-Ausschüttung von 510 000 Euro einen Verlust von einer Million Euro hinnehmen. Nach dem Beteiligungsbericht stecken die Stadtwerke für das Jahr 2014 mit gut 350 000 Euro in den roten Zahlen, nachdem die ENCW 610 000 ausgeschüttet hatte.

Bührles Fazit: Die Stadtwerke belasten den städtischen Haushalt. Es müsse, so der OB, dem Gemeinderat klar sein, dass die Erlöse der ENCW nicht ausreichen, um die Stadtwerke zu tragen. Es müssten städtische Mittel mit eingebracht werden. Zudem sei geplant, die Organisationsstruktur der Parkhäuser zu straffen und die Stadtsanierungs GmbH in die Stadtwerke zu integrieren.

  
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