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Calw Der mittelalterlichen Realität von Cluny in Ausschnitten begegnet

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Vor dem Rathaus in Cluny stellen sich die Hirsauer Gäste anlässlich eines Empfangs mit Bürgermeister Jean-Luc Delpeuch, Mitgliedern des Gemeinderats und der "Fédération européenne des sites clunisiens" dem Fotografen. Fotos: Hartmann Foto: Schwarzwälder-Bote

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Von Klaus-Peter Hartmann

Calw-Hirsau/Cluny. Als Papst Urban II. im Jahre 1098 Cluny als "Licht der Welt" bezeichnete, wählte er diese Metapher, um die religiöse, wirtschaftliche und politische Strahlkraft der burgundischen Abtei im Hochmittelalter zu beschreiben.

Diese "Strahlen" hatten bereits 1077 auch das Schwarzwaldkloster Hirsau erreicht, das "seine" Hirsauer Reform mit zahlreichen Regeln und Weisungen den cluniazensischen "Gewohnheiten" entlehnte.

Wohl auf ähnlichem Wege wie die drei Hirsauer Mönchsdelegationen in den Jahren nach 107 – nur ungleich schneller und wesentlich komfortabler – reisten die "Freunde Kloster Hirsau" unter der Leitung von Volker Himmelein und Klaus-Peter Hartmann in das burgundische Zentrum der hochmittelalterlichen Kloster- und Kirchenreform. Vorbei an St. Ulrich bei Freiburg erinnerten sich die Hirsauer Spurensucher des Freundes des Hirsauer Abtes Wilhelm, Ulrich, der die Reformabsichten Hirsaus vehement unterstützte und förderte. Über Ottmarsheim, dem kleinen Abbild des Aachener Doms führte der Weg nach Baume-les-Messieurs im französischen Jura, von wo aus vor elf Jahrhunderten durch Abt Berno die Abtei von Cluny gegründet wurde.

Vier Tage Burgund beinhalteten eine Fülle von Eindrücken: Prachtvolle Kirchenbauten (Autun) und bescheidene Dorfkirchen (Blanot, Montceaux-l’Étoile), architektonische Meisterbauten (Anzy-le-Duc) und versteckte Kunstwerke in abgelegenen Seitentälern (Avenas), Kirchen in natürlicher Steinsichtigkeit (Tournus, Chapaize) oder flächendeckend mit herausragenden mittelalterlichen Fresken (Berzé-la-Ville), Pilgerkirchen in Städten (Paray-le-Monial) oder exponiert auf Bergrücken des Maconais (Brancion), Klöster der Benediktiner (Vézelay) und der Zisterzienser (Fontenay). Dazu die immer wieder begeisternde Landschaft mit ihren prägenden Steinriegeln und Hecken, zwischen denen weiße Charolais-Rinder friedlich wiederkäuten. Und nicht zuletzt das Wiedersehen mit Freunden aus früheren Begegnungen: Bürgermeister Jean-Luc Delpeuch von Cluny, Mitglieder des Gemeinderats und der Partner-"Fédération européenne des sites clunisiens".

Natürlich Cluny: Fällt es schon schwer, die einst größte Kirche der Christenheit mit dem Auge zu durchmessen, so ist es ein nahezu utopisches Unterfangen, sich der Bedeutung dieser ehemaligen Reformabtei zu besinnen und die erhaltenen künstlerischen Relikte während eines halben Tages zu würdigen. Gewiss, die technisch brillante und atemberaubende virtuelle Animation vermag den Betrachtern eine Ahnung der einstigen Größe und Pracht zu vermitteln, doch erst im Durchschreiten der Vorhalle, des erhaltenen Querchors, im Besuch des mehrgeschossigen Musée du Farinier (Kornspeicher) und im vertiefenden Blick auf die ästhetisch und künstlerisch vollkommenen Chorkapitelle begegnen die Besucher einigen Ausschnitten der mittelalterlichen Cluny-Realität.

Der heutigen Wirklichkeit – der Partnerschaft zwischen Cluny und Hirsau/Calw, der Fédération und den Hirsauer Freunden – trug eines dieser genannten Chorkapitelle Rechnung. So nahm es der Künstler Udo Würtenberger (vormals Hirsau, heute Berlin) in Verbindung mit einem "frater barbatus" vom Eulenturm zum bildnerischen Motto der jüngst in Hirsau stattgefundenen Jubiläumsveranstaltung "Hirsau-Cluny, Geschwister feiern".

Imagination und Wirklichkeit, Vergangenheit und Gegenwart, Historie, Religion, Kunst und Begegnung: Burgund bot sich dar als eine bildreiche Palette und hinterließ bei den Spurensuchern einen reichen Schatz an bleibenden Eindrücken.

 
 

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