Calw - Christian Kratzke, der Chef der AOK Nordschwarzwald, hat sein Versprechen gehalten. Als die Krankenkasse die 230 000-Mitgliedergrenze knackte, hat er allen seinen Mitarbeitern ein Eis spendiert.

Das hat er vor etwa einem halben Jahr zugesagt. Und als es so weit war, ist er zusammen mit Harald Brandl, seinem Pressesprecher, von Standort zu Standort gefahren – in der Region insgesamt 20 an der Zahl – und hat jeden der etwa 500 AOK-Bediensteten gefragt, ob er Erdbeer-, Schoko- oder Vanilleeis essen will. Gezahlt hat er das aus der eigenen Tasche. Mittlerweile zählt die Krankenkasse im Nordschwarzwald knapp 231 000 Mitglieder. Das ist der höchste Stand, den es je gab. Verständlich, dass Kratzke mehr als zufrieden ist.

Nicht zuletzt auch mit den etwa 80 Mitarbeitern in Calw. Es ist noch gar nicht allzu lange her, da wurde dank ihnen, wie berichtet, diese Filiale zur kundenfreundlichsten in ganz Baden-Württemberg gekürt. Und jetzt, zum Jahresende 2012, lag sie in der Kundenzufriedenheitsliste wieder ganz vorne. Mit 20 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Wie auch insgesamt die Zahl der Ausbildungsstellen vergrößert worden ist. Nämlich um 15 auf jetzt 35. In der Region und natürlich auch in Calw stelle die Krankenkasse so auch einen Wirtschaftsfaktor dar.

Die Kontakte zu anderen Institutionen, so Kratzke, der seit 2007 AOK-Chef ist, im Gespräch mit unserer Zeitung, seien auch weiter ausgebaut worden. Die Calwer AOK-Rückenschule wird sehr gut angenommen. Seit 2011 gibt es sie. Dort wird rein präventiv gearbeitet, und natürlich nur mit AOK-Kunden. Unterm Strich spart das der Krankenkasse viel Geld. 700 Teilnehmer wurden zu Beginn gezählt. Mittlerweile sind es 800, wie Harald Brandl betonte. Die Schule ist morgens bis abends durchgehend geöffnet. Weitere Interessenten müssen mittlerweile mit drei Wochen Wartezeit rechnen.

Die Diskussion um die Krankenhäuser verfolgt man bei der AOK natürlich ganz genau. Wobei Kratzke der Überzeugung ist, dass man ganz intensiv darüber nachdenken muss, ob man über Krankenhausstandorte künftig nur standortbezogen spricht. "Anderswo", so betont er, "wurde schon längst mit den Füßen abgestimmt." Notfallsituationen müssten natürlich auch weiterhin vor Ort geklärt werden können. Aber ansonsten zähle, was für die Bevölkerung wichtig ist und ob das dann an den Kreisgrenzen enden muss. Wie auch bei den niedergelassenen Ärzten nicht alles vor Ort vorgehalten werden müsse.

Seit Jahresbeginn gibt es bei der AOK elektronische Patientenquittung. "Damit können sich unsere Kunden bequem im Internet einen Überblick darüber verschaffen, was ihr Arzt, Zahnarzt oder Apotheker der Krankenkasse für erbrachte Leistungen oder abgegebene Medikamente in Rechnung gestellt hat", erklärt Christian Kratzke dazu.