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Calw Beate Gauß rettet mit furiosem Endspurt Silber

Schwarzwälder-Bote, vom 25.08.2011 21:00 Uhr
Das Silbertrio von den Sportfreunden Gechingen – Beate Gauß, Katja Braun, Jenny Müller (von links) – widmete die Medaille dem langjährigen Bezirkstrainer und Meistermacher Egon Hauck, dem sie ihre Karriere zu einem großen Teil zu verdanken haben.   
Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder-Bote
Das Silbertrio von den Sportfreunden Gechingen – Beate Gauß, Katja Braun, Jenny Müller (von links) – widmete die Medaille dem langjährigen Bezirkstrainer und Meistermacher Egon Hauck, dem sie ihre Karriere zu einem großen Teil zu verdanken haben. Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Albert M. Kraushaar Mit einem dicken "Danke" und dem Foto von "Goldschmied" Egon Hauck auf dem T-Shirt kamen Beate Gauß, Jenny Müller und Katja Braun zur Siegerehrung in der Entscheidung Olympisch Match Damen.Mit 1769 Ringen hatte das Trio aus dem Schützenkreis Calw hinter der SG Bothfeld (1772) die Silbermedaille in der Teamwertung gewonnen, eine Medaille, die sie dem vor einigen Wochen verstorbenen Trainer widmeten. Alle drei hatte während ihrer bisherigen Laufbahn vom Wissen und den Motivationskünsten des Rohrdorfers profitiert: Mit der Medaille wollten sie an der Stelle seiner großen Erfolge an Meistermacher Egon Hauck erinnern.

Der Weg zu Doppelsilber war voller Emotionen. Die erste Chance bot sich Katja Braun, in ihrer Juniorenzeit unter ihrem Mädchennamen Katja Böttinger eine der weltbesten Liegendschützinnen. In Rekordzeit von rund 30 Minuten hatte sie ihr 60-Schuss-Programm absolviert. Bei den 594 von 600 möglichen Ringen leuchtete der letzte Schuss direkt über der Zehn als eine 9,9 auf. Kurz darauf folgte Amelie Kleinmanns (Rheinhessen) mit 595 Ringen. Weitere Mitkonkurrentinnen lagen noch aussichtsreich im Rennen. Gold war wegen einem Zehntel bereits weg. Aber würde es überhaupt noch zu einer Einzelmedaille reichen?

Die Spannung war riesig, die drückende Hitze forderte, je länger der Wettkampf ging, ihren Tribut. Eine Mitkonkurrentin nach der anderen verabschiedet sich auf dem Weg zum Treppchen, mit jeder Neun wuchs die Chance von Katja Braun auf eine Medaille. Als Constanze Rotzsch (SG Bothfeld) ihre letzte Zehnerserie mit 98 Ringen (Braun 99) abschloss, stand Silber für die Gechingerin fest.

Das Drama hatte damit jedoch noch kein Ende, schließlich war das Trio Beate Gauß, Jenny Müller, Katja Braun als amtierender Deutscher Mannschaftsmeister auch im Kampf um eine Teammedaille angetreten. Jenny Müller kämpfte bei der Hitze verzweifelt, kam nie in ihren Rhythmus und blieb mit 584 Ringen weit un- ter ihren Möglichkeiten. Als dann bei Beate Gauß nach 30 Schuss schon neun Fehler (Neuner) aufleuchteten, hatten selbst die größten Optimisten die Hoffnung auf eine Medaille begraben.

Was dann passierte grenzte bei diesen Temperaturen schon nahezu an ein Wunder. Beate Gauß erzielte eine Zehn nach der anderen. Bei jeder Umschaltung der Monitore klettert die Mannschaft aus Gechingen etwas weiter nach oben. Mit 300 von 300 möglichen Ringen schoss Beate Gauß das Trio am Ende einer dramatischen Entscheidung auf Platz zwei.

Der Silberpreis steigt. Nach Platz zwei mit dem Luftgewehr sind für Beate Gauß zwei weitere Silbermedaillen im Liegendschießen für die SF Gechingen dazu gekommen. Was wohl Egon Hauck dazu gesagt hätte? Diese Frage bleibt für immer offen.

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