Calw - Von der Bürgerinitiative "Pro Hallenbad Calw" hat man nichts mehr gehört, seit ihr Ende November untersagt worden war, beim Calwer Weihnachtsmarkt Unterschriften zu sammeln. Aber die Mitglieder der Initiative waren auch nicht untätig.

Zuletzt vermeldet wurde, dass man mittlerweile 1082 Unterschriften zusammenhat, darunter 741 von wahlberechtigten Calwern. Das ist zwar schon zwei Wochen her. Vom angestrebten Ziel von 2500, die man braucht, um ein Bürgerbegehren für den Neubau eines Bades herbei zu führen, ist diese Zahl aber noch ein Stück weit entfernt.

Gestern hat sich jetzt der Pressesprecher der Initiative, Andreas Schröder zu Wort gemeldet. Um, wie er betonte, vor der Gemeinderatssitzung am 31. Januar, bei der es neben einer möglichen Ansiedlung von H&M (wir berichteten) auch um die Zukunft des Hallenbads gehen soll, nochmals auf verschiedene Aspekte hinzuweisen, die bisher in der öffentlichen Diskussion zum Teil noch keinen Niederschlag fanden.

Zum Beispiel, dass die Zukunft des Hallenbads nicht mit dem immer noch laufenden Wasserkartellverfahrens gegen die ENCW verknüpft werden dürfe. Die Initiative geht davon aus, dass dies bisher der Fall ist. 500 000 Euro jährlich, so wird dazu erläutert, würden wegen dieses Verfahrens derzeit in die Rücklagen fließen. Ein Betrag, der dem jährlichen Abmangel des Hallenbades entspricht. "Die Bürgerinitiative sieht hier eine ganz eindeutige Instrumentalisierung des laufenden Kartellverfahrens. Sollen hier etwa die Bürger die Rechnung für den vermeintlich zu hohen Wasserpreis bezahlen?", wird festgestellt.

Bezweifelt wird, dass durch eine Schließung des Hallenbads Personalkosten eingespart werden können. Bisher werde das Personal ja auch im Stammheimer Freibad eingesetzt. Dort würden dann zwangsläufig die Kosten steigen.

Die Initiative weist darauf hin, dass durch die Nutzung umliegender Bäder nur der Schwimmunterricht für Grundschüler gewährleistet werden könne. Dabei sei dieser aber auch für die weiterführenden Schulen wichtig. Zudem stehe hinter dem Unterricht für Grundschüler beispielsweise in Althengstett oder Gechingen bisher lediglich eine Absichtserklärung. Und diese stoße in den beiden Gemeinden auch nicht nur auf Begeisterung.

Nach wie vor setzt sich "Pro Hallenbad" natürlich für den Erhalt der Einrichtung ein. Der Gemeinderat sollte, so die Forderung, angesichts der weitreichenden Folgen einer Schließung wenigstens den weiteren Betrieb bis zur Fertigstellung eines neuen Bades prüfen. Das Gremium könne zwar lediglich eine Empfehlung an den Aufsichtsrat der Stadtwerke aussprechen. Weil dieser im Wesentlichen aber aus Mitgliedern des Gemeinderats besteht, könne davon ausgegangen werden, dass dieser gefolgt wird.