Burladingen Wolfgang Grupp wählt jetzt Grün

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Wolfgang Grupp wählt jetzt Grün. Foto: Schwarzwälder-Bote

Burladingen - Für die CDU ist es ein Schlag ins Gesicht: Wolfgang Grupp, Trigema-Chef und eigentlich treuer CDU-Anhänger, wählt Grün! Das schreibt der Unternehmer in seiner Kolumne auf der Internetseite des Wirtschaftsmagazins "Wirtschaftswoche".

Unter dem Schlagwort "100 Prozent Grupp" schreibt der Burladinger Unternehmer Wolfgang Grupp seine Kolumne auf der Homepage der "Wirtschaftswoche". Der Artikel, den er am Mittwochnachmittag dort veröffentlicht hat, dürfte dem CDU-Landtagskandidaten Karl-Wilhelm Röhm den Atem stocken lassen: Grupp wählt jetzt Grün!

"Eigentlich bin ich seit jeher treuer CDU-Wähler", beginnt Grupps Artikel, "doch bei der kommenden Landtagswahl in Baden-Württemberg wähle ich zum ersten Mal in meinem Leben Grün – weil ich mich von der CDU an der Nase herumgeführt fühle."

Das hieße aber nicht, dass er als "traditioneller und konstanter CDU-Wähler zu den Grünen gewechselt" sei, schreibt Grupp weiter. Da aber "der Wähler" bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg nur eine Stimme habe, schulde er diese "unserem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann von den Grünen. Er hat seine Aufgaben als Ministerpräsident unseres Landes sehr gut gemacht. Das sieht auch die Mehrheit der Bürger hier so." Grupp hält es daher nicht für fair, "einen solchen Politiker abzuwählen, der in den Augen der Mehrheit der Bevölkerung seine Aufgaben rechtschaffen verrichtet hat."

Als Grund für seine plötzliche Grünen-Sympathie nennt Grupp die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die habe einen Willkommensgruß ausgesprochen, "an alle, die gern nach Europa und nach Deutschland wollen". Doch damit habe sie auch Wirtschaftsflüchtlinge angelockt. "Spätestens da hätte sie ihren Kurs korrigieren und ohne Gesichtsverlust sagen können: Auch uns Deutschen und Europäern sind Grenzen gesetzt, wir sind diesem Ansturm nicht gewachsen, wir nehmen keine Wirtschaftsflüchtlinge."

Viele CDU-Mitglieder hätten "diesen Fehler schnell erkannt und eine Korrektur verlangt", schreibt Grupp weiter. "Umso überraschter war ich, dass sich auf dem jüngsten CDU-Parteitag die Mitglieder alle hinter Angela Merkel gestellt und sich ihrer Politik angeschlossen haben. Ich betrachte das als Verdummung der Wähler, weil nach dem Parteitag der Streit sofort weiter ging."

Grupp findet deshalb, dass die CDU zu spüren bekommen muss, "dass der anständige, einfache und gewiss nicht dumme CDU-Wähler sich in dieser Form nicht an der Nase herumführen lässt."

Ganz abgekehrt hat sich Wolfgang Grupp von seiner CDU noch nicht: Er hofft auf eine grün-schwarze Regierungskoalition. Für die CDU, meint er, sei es wahltaktisch vielleicht gar nicht schlecht, wenn einige ihrer Wähler sich für die Grünen entscheiden. Würde die CDU stärker aus der Wahl hervorgehen als die Grünen, würde diese "keine Koalition und Regierung unter einem CDU-Ministerpräsidenten eingehen", vermutet Grupp. "Dann droht uns möglicherweise eine grün-rot-gelbe Koalition ohne CDU." Die CDU habe eine größere Chance, an die Regierung zu kommen, wenn sie Juniorpartner der Grünen werde. "Ich bin sicher, dass viele gestandene CDU-Wähler in Baden-Württemberg ähnlich denken", schreibt Grupp. "Einige, die sich von der CDU-Spitze bitter enttäuscht und hintergangen fühlen, werden aus Protest AfD wählen. Das kommt für mich nicht in Frage."

Kleiner Trost für Röhm: seine Schuld ist es nicht

Kleiner Trost für Karl-Wilhelm Röhm: Es liegt nicht an ihm. So schreibt Grupp am Ende seines Artikels: "Es tut mir auch leid für den CDU-Landtagskandidaten in meinem Wahlkreis, aber er wird nun leider die Folgen der Fehler anderer in der Partei mittragen müssen."

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