
Von Lothar Held
Burladingen/Hettingen. Dagmar Kuster war auch einen Tag nach ihrem Erdrutsch-Sieg bei der Bürgermeisterwahl in Hettingen noch immer "überwältigt" von dem Vertrauen, das ihr die Bürger der Stadt geschenkt haben.
Bei drei Kandidaten war nicht zu erwarten gewesen, dass sich gleich im ersten Durchgang einer 50 Prozent der Stimmen sichern kann. Bei Dagmar Kuster waren es am Ende 81,9 Prozent. Ihr härtester Konkurrent, Andreas Kammerer, bleib bei 17,7 Prozent stehen und Rolf Pfaff aus Gammertingen war nur auf einem Stimmzettel vermerkt.
Dagmar Kuster stufte das Ergebnis gestern als "phänomenal" ein, sieht in dem großen Vertrauensvorschuss und den damit verbunden Erwartungen eine "große Bürde", der sie mit harter Arbeit begegnen wolle. Wann sie die Stelle der Bürgermeisterin der Stadt Hettingen antritt ist noch offen. Das werde in Gesprächen zwischen der Stadt Hettingen und ihrem bisherigen Arbeitgeber, der Gemeinde Jungingen, verhandelt. Realistisch sieht Dagmar Kuster einige Wochen bis zu ihrem Amtsantritt.
Ändern wird sich vermutlich auch die Zusammensetzung im Burladinger Gemeinderat. Wie Dagmar Kuster gestern erklärte, wäre es ihr Wunsch aus dem Gemeinderat auszuscheiden, da sie die Doppelbelastung mit ihrem neuen Amt als Bürgermeisterin nicht auf sich nehmen will. In diesem Fall würde der Kandidat mit der nächsthöchsten Stimmenzahl in das Gremium nachrücken. Da Dagmar Kuster bei der unechten Teilortswahl in Gauselfingen gewählt wurde, kommt dafür nur ein Gauselfinger Kandidat in Frage. Mit ihr zusammen hat bei den Kommunalwahlen im Jahr 2009 Claus Weber auf der Liste der Freien Wähler gestanden, der ist aber kurz nach den Wahlen verstorben. So wird im Falle eines Ausscheidens von Dagmar Kuster wohl niemand in das Stadtparlament nachrücken. Eine definitive Antwort auf diese Frage war gestern von der Burladinger Stadtverwaltung nicht zu erhalten.
Ihren Vorsitz beim Förderverein Jugendmusikschule wird Dagmar Kuster bis zum Ende der Wahlperiode in knapp zwei Jahren beibehalten.
Obwohl die 48-jährige Diplom-Verwaltungswirtin schon im Wahlkampf, in dem sie auch von ihrem Mann Wolfgang und den beiden Kindern Maximilian und Elena toll unterstützt worden sei, ein gutes Gefühl hatte, hat sie der klare Sieg am Sonntag doch überrascht. Von Anfang an habe sie bei den Gesprächen mit Vereinen, Eltern und Betrieben das Gefühl gehabt, in Hettingen gut angenommen zu werden. Dementsprechend gut seinen auch alle Gespräch verlaufen.